01 - Bier Royal
Shownotes
Studio Bummens präsentiert: "Das Lederhosen Kartell" - der Podcast über das Oktoberfest…
Episode 1: Bier Royal
Wenn die Zelte schließen, fährt Alexander Gutsfeld als Rikschafahrer die Gäste vom Käferzelt in die Hotels und After-Wiesn-Clubs. Das Käferzelt ist das exklusivste Wiesnzelt. Fußballstars vom FC Bayern feiern hier genauso wie Politikerinnen, Schauspieler und Models. Die Geschichte von Käfer erzählt vom Aufstieg Münchens: Im Wirtschaftswunder feiert die Münchner Schickeria bei Gerd Käfer wilde Partys, er wird zum ersten deutschen Promi-Wirt. Sein Sohn Michael Käfer macht in den 80ern das P1 zur angesagtesten Diskothek Deutschlands. Aber das Aushängeschild des Käfer-Imperiums ist die Käfer Wiesn-Schänke. Es ist ein Ort, der längst zum Mythos geworden ist. Und das Oktoberfest für immer verändert hat.
Transkript anzeigen
00:00:00: Servus!
00:00:01: Das ist die erste Folge von das Lederhosen-Kartell.
00:00:05: Neue Episoden gibt es immer Sonntags um elf Uhr, überall wo es Podcasts gibt.
00:00:11: und jetzt geht's los.
00:00:20: Stell dir vor du hast ein Jahr auf diesen Tag gewartet und bist extra um fünf Uhr früh aufgestanden.
00:00:28: Du willst es unbedingt ins Zelt schaffen.
00:00:31: Heute ist nämlich der erste Wiesentag.
00:00:34: Vor dem Eingang stehen bereits tausende Menschen.
00:00:37: Du hast gar keinen Bock, dich hinten anzustellen.
00:00:40: Also drängest du dich einfach vor und stellst dich neben einem amerikanischen Paar in Plastiktracht.
00:01:03: Vor euch steht eine Gruppe junger Typen.
00:01:05: Sie stehen hier seit vier Uhr früh.
00:01:07: Einer trägt einen Händelhut auf dem Kopf und drückt dir eine Flasche Augustine in die Hand.
00:01:11: Der Fokus ist auf den Zelt, wir haben unser Ziel erst recht.
00:01:17: Du wirst unruhig – gleich geht's los!
00:01:20: Die Securities öffnen die Absperrung….
00:01:23: der Typ mit dem Händlhut stürmt bloß …und du rennst im Wackeln den Händler hinterher.
00:01:28: Tausende rennen mit dir zum Schottenhandelszelt.
00:01:31: Die Menge stürmt zu einem langen Bier zwischen.
00:01:34: Ganz hinten ist noch was frei.
00:01:38: Du schaust dich in dem riesigen Zelt um.
00:01:40: Sechstausend Besucher passen hier rein, über euch schwebt ein riesengroßer Kranz bedeckt mit blau-weißen Fahnen.
00:01:48: Um kurz vor zwölf betritt endlich Markus Söder die Bühne der bayerische Ministerpräsident.
00:01:58: Neben ihm steht er mich nach Oberbürgermeistern.
00:02:01: Er trägt Lederhosen eine grüne Schürze und hält einen dicken Holzhammer in der Hand.
00:02:06: Vor ihm steht ein Holzfass, in das er einen goldenen Zapfan steckt.
00:02:11: Er holt aus und schlägt dreimal gegen den Zapfan.
00:02:17: Dann sprüllt das Bier aus dem Fass.
00:02:23: Endlich ist es soweit!
00:02:25: Eine Kellnerin mit dicken Wadeln und dicken Oberarmen kämpft sich durch die Menge – sie trägt vierzehn Mass.
00:02:32: Um sie herumbildet sich eine Traube.
00:02:34: jeder will ihr das erste Bier aus seinen Armen reißen aber sie wehrt sich mit spitzen Ellenbogen bleibt genau vor dir stehen und knallt dir eine Masse auf den Tisch.
00:02:43: Dreizensechzig!
00:02:45: Auch egal, denkst du dir?
00:02:47: Und gibts dir fünfzehn.
00:02:49: Dann nimmst Du einen kräftigen Schluck.
00:02:55: Nach der ersten Masse merkst Du wie stark das Bier ist.
00:03:00: Die Kapelle spielt Leila und das Zelt tobt.
00:03:03: Du verdrehst die Auge.
00:03:05: Du trinkst noch ne Masse und steigst auf die Bierbahn.
00:03:08: Du Trinkst Noch Ne Masse... ...die Kapella spielt wieder Leila.. ..und Du hebst die Hände in die Luft und grüllst laut mit.
00:03:16: Ich hab nen Po.
00:03:24: Auf einmal wird dir schlecht.
00:03:26: Du torkelst aus dem Zelt.
00:03:28: Draußen ist es dunkel und es regnet, du kämpfst dich durch die Menge!
00:03:33: Du gehst an den Wurschbuden vorbei und im Grälleuchten in Fünferlupping Und dir wird auf einmal alles viel zuviel.
00:03:39: Du willst einfach nur nach Hause... ...und dann siehst du hinterm wiesen Ausgang auf einmal dieses grälle Licht.
00:03:47: Es ist die LED-Beleuchtung einer Rikscha und davor steht so ein Typ in schwarzer Fliesjacke.
00:03:56: Und dieser Typ, das bin ich.
00:04:01: Ich bin Alexander Gutsfeldt, Hauptberuflicheralist, nebenberuflich Rikschauffahrer.
00:04:06: Wenn du zu besoffen zum Laufen bist, fahre ich dich sicher ins Hotel.
00:04:09: Wenn du noch weiterziehen willst, bringe ich die zur Aftewiesen.
00:04:13: Ich fahr' die Käferchickerie ans P-I und besoffene Ehemänner in den Puff.
00:04:18: Das ist bereits meine neunte Wiesn hier als Rikscharfahrer.
00:04:21: Einmal im Jahr erlebe ich hier die aufregendste Zeit meines Lebens.
00:04:25: Ein mal im Jahr dreht München komplett durch Und ich bin mitten drin.
00:04:33: In diesem Podcast erzähle ich dir, worum ich von der Wiesn nicht mehr loskomme.
00:04:37: Es geht um mächtige Bierbrauer und Wiesenwirte Um ehrgeizige Klubbetreiber und kriminelle Polizisten Um prostituierte und Koks-Dealer die auf der Wiese das Geschäft des Jahres machen.
00:04:49: es geht um Bier, um Tracht und Traditionen Und es geht wie immer auf der wiesn ums Geld!
00:04:56: Und die Frage wer wirklich an diesen Fest verdient Das ist das Lederhosenkartell.
00:05:02: Folge eins, Bier Royale!
00:05:34: Ich stehe am Esperantoplatz direkt vorm Hinterengang zu Wiesen.
00:05:38: Es ist inzwischen ein Uhr früh.
00:05:39: Meine Schicht ist bald zu Ende.
00:05:44: Die Wiesennacht läuft immer gleich auf.
00:05:46: Um elf schließen die normalen Zelte und ich fahre so viele Besoffene wie möglich nach Hause.
00:05:51: Gegen halb Eins fahr' ich dann zum Ausgang am Esperantoplatz Denn hier kommen ab eins die Gäste aus dem Käferzelt, dem exklusivsten Zelt auf dem Oktoberfest.
00:06:00: Das hat zwei Stunden länger auf als die normalen Zelte.
00:06:03: Die Schikarier darf auf der Wiesn nämlich zwei Stunden langer feiern als das Volk und dafür dann bei uns zehn bis zwanzig Euro mehr zahlen.
00:06:15: Der Typ in der Hirschleder, dann ist das nicht sofort begeistert von meinem Preis.
00:06:21: Er findet vierzig Euro zum Atlantik-Fisch ein bisschen zu viel.
00:06:25: Schließlich ist der Laden nur einen Kilometer weit weg.
00:06:28: Erfindet dass wir ein bisschen netter sein sollten!
00:06:31: Mehr Nächstenliebe und so... Da hat er natürlich einen Punkt Auf der anderen Seite.
00:06:42: Warum geht's denn sonst auf der Wiesen?
00:06:47: Ein Paar läuft an mir vorbei.
00:06:50: Sie trägt ein pinkes Dirndl und zwei Lebkuchenherzen um den Hals, er hat gegelte Haare und eine neun Liter große Vövkliko-Champagneflasche unterm Arm.
00:06:59: so eine kostet im Käferzelt zwei tausend dreihundert Euro.
00:07:03: Das sind meine Leute!
00:07:05: Zwei die nur darauf warten, mir hundertzwanzig Euro für eine Fahrt zum per eins zu geben.
00:07:10: Ich fahre hier mit dem Champagner.
00:07:11: Entschuldigung?
00:07:12: Eine Frage wo wollt ihr hin Ob ich was bringe?
00:07:15: Ja, ich kann nicht bringen.
00:07:16: Nein, nein!
00:07:17: Wirklich?
00:07:18: Sicher?
00:07:18: Ja alles gut, danke viel Laufen.
00:07:20: Warum willst du dich fahren?
00:07:21: Die beiden wollen auch nicht bei mir einsteigen.
00:07:24: Ich biete ihnen an sie um sonst zu U-Bahn zu fahren.
00:07:26: Die ist ja nur ein paar hundert Meter weit weg.
00:07:28: Vielleicht gibt's am Ende ja ein gutes Trinkgeld oder zumindest eine gute Story für den Podcast Und war lustig im KV oder was?
00:07:35: Ey es war so groß, gell?
00:07:37: Wie habt ihr diesen Flaschen bekommen?
00:07:38: Ah die Flasche wie haben wir nicht gezahlt?
00:07:40: Für gar nichts gezahlt.
00:07:41: Wenn du da mal drin
00:07:42: bist Du kannst da quasi
00:07:43: überall umsonst trinken.
00:07:45: Und jeder Tisch zahlt nicht pro Kopf drinnen, sondern zahlt auf den Tisch.
00:07:51: Alles das vom Tisch
00:07:52: bestellt
00:07:52: wird, zahlt der, der den Tisch hat und die, die den Tisch haben, juckt es ja gar nicht!
00:07:57: Das heißt, diese Flasche habt ihr einfach nur so mitgehen lassen.
00:07:59: Die haben uns auch ins Käfer reingeschmullet?
00:08:02: Sie sagt, Crof ist ein Käfer-Sneaker!
00:08:05: Ich bin hier umsonst nach München hingefahren.
00:08:08: Ich hab mein Intervall nicht aktiviert und keinen Cent für meine Wand.
00:08:13: Wow... Ah, Schade ich dachte jetzt habe ich hier zwei, die eine schöne Flaschel Champagner gekauft haben oder nicht?
00:08:19: Ne sorry
00:08:20: du hast ein paar Tini-Schnicks.
00:08:22: Du kannst sogar schon meinen Arm anschauen.
00:08:25: da weißt du wie wir es gemacht haben.
00:08:26: Käfer Sneaker heißen übrigens Niklas und Pia, studieren BWL- und internationale Beziehungen.
00:08:33: Und wollen sich die nächsten Wiesentage wieder ins Käferschmuggeln?
00:08:37: Niklas gibt mir nach der Fahrt noch seine Nummer für den Fall das ich mal mit will!
00:08:50: Ich arbeite seit zehn Jahren als Rikschauffahrer auf der Wiesen.
00:08:54: Unzählige Male habe ich dem Käfergästen um ein oder früh das Geld aus der Tasche gezogen.
00:09:00: Ich selbst war noch nie im Käfer.
00:09:02: Für uns Rikscharfahrer ist das feindliches Gebiet.
00:09:06: Aber in dieser ersten Folge werden wir versuchen dem Mythos Käfer und im Geheimnis dieses Ortes auf die Spur zu kommen.
00:09:14: Denn das Käfer zählt ist ein Ort, der den Charakter der Wiesen grundlegend verändert hat... ...und München gleich mit!
00:09:23: ist
00:09:25: ja kein
00:09:26: Wunder
00:09:27: nach
00:09:28: dem
00:09:29: verlorenen
00:09:34: Krieg.
00:09:38: Die Geschichte von Käfer beginnt in einem beschaulichen Millionendorf, im München der Fünfziger.
00:09:43: Der Krieg ist nur ein paar Jahre her aber den will die Stadt so schnell wie möglich vergessen.
00:09:48: Vergessen dass sie Nazis hier groß geworden sind und das München die Stadt der Bewegung war.
00:09:54: Also werden die alten Trümmer weggeräumt Und die zerstörten Kirchen und Museen wieder aufgebaut exakt so wie vor dem Krieg.
00:10:03: Im München der Nachkriegszeit steht im Osten Münchens, in Bogenhausen ein kleines Geschäft.
00:10:21: Das ist Gerd Käfer hier in einem Fernsehinterview im NDR von zwei Tausend Dreizehn Feinkost.
00:10:27: Käfer heißt der Laden und in dem Laden steht eine Frau – eine schwäbische Hausfrau Und die macht den besten Wurstsalat der Stadt.
00:10:36: Sagt zumindest ihr Sohn, Gerd Käfer.
00:10:38: Meine Mutter war eine ganz perfekte Köchin und vor allen Dingen hat sie die ersten Fankos Salate in dem Laden gemacht.
00:10:43: Das war also schon mal ein toller Sache!
00:10:46: Es war ein guter Anfang.
00:10:47: Ihr Sohn dagegen will hoch hinaus – er bringt den Wurstsalat und belegten Semmeln seiner Mutter zu Freunden- und Studentenpartys dann zu Hochzeiten und Firmen feiern.
00:10:57: Alle lieben Mamas WurstSalat aber Käfer will mehr.
00:11:01: Er will seine eigenen Partys organisieren, für Leute die bereit sind dafür viel Geld zu bezahlen.
00:11:08: Und damit beweist Gerd Käfer ein ziemlich gutes Timing.
00:11:16: Eine Jagdpartie wird geplant und der gastronomische Strategie versteht sein Geschäft und wittert den Geschmack und die Vorstellung in der Gesellschaft, die ihren eigenen
00:11:25: Stil
00:11:26: nun einmal
00:11:26: nicht hat.
00:11:34: Das ist Gerd Käfer in einer Fernsehreportage aus den Sechzigern.
00:11:37: Dazu reichen wir zu dem Bayerischen Buffet
00:11:39: Fassbier.
00:11:40: Auftraggeber sind bereit,
00:11:42: noch einmal hundert Prozent
00:11:43: auf dem Preis des Essens draufzulegen um ohne große Mühen oder Investitionen eigener
00:11:48: Einfälle in den Ruf
00:11:50: eines originellen Gastgebers zukommen.
00:11:52: In den fünftiger Jahren haben die Deutschen ihre Traumata mit harter Arbeit beteut.
00:11:56: Jetzt im Wirtschaftswunder wollen sie sich dafür belohnen!
00:12:02: Das macht er ziemlich überzeugend.
00:12:05: Zum Beispiel in diesem Radiointerview im SWR, da versucht er dem Moderator gleich ein vier Gänge Menü für eine Dinnerparty
00:12:11: mitzuverkaufen.
00:12:13: Da würde ich Ihnen eine Capaccio Rollade aus Kalb mit Basilikum gefühlt empfehlen das Feinste was Sie im Moment kriegen können wird mit Senfbutter überbacken Und dann würde ich Ihnen ein Stubenkücken Brüstchen auslösen, ganz leicht panieren mit Petersilie innen spritzen und dazu...
00:12:30: Aber Käfer kümmert sich nicht nur ums Essen sondern auch um die Deko.
00:12:34: Die Musik!
00:12:35: Das volle Programm.
00:12:36: Also im Prinzip können Sie bei mir alles bestellen ob das eine Kombo ist oder ob es eine Band ist.
00:12:41: Ganz egal.
00:12:42: Würde ich Ihnen einen Super-Pianospieler empfehlen.
00:12:44: Gut jetzt haben sie wieder keinen Glavier, da liefern wir noch das Klavier mit.
00:12:47: Ein Glaviers kostet bei uns sechshundertfünfzig Mark inklusive an und ab Transporten.
00:12:51: Oder wenn Sie wollen kommen
00:13:04: Alle wollen in den Sechzigerjahren plötzlich nach München und alle wollen auf die Partys von Gerd Käfer.
00:13:10: Dort gibt es fantastische Dekos und Kellner mit schwarzen Frack- und weißen Handschuhen, die der jeden Traum von den Augen ablesen.
00:13:17: Und dann mache ich ihnen einen besonderen Eck.
00:13:19: Ich baue runde Tische auf dem Runden Tisch.
00:13:22: Baue ein Traum vom Meeresfrüchten.
00:13:25: Man kann sagen, das war eine Platte, die war rund.
00:13:29: Die konnte man drehen wie in einem chinesischen Restaurant.
00:13:31: Die habe ich voll gebaut mit Früchten des Meeres und hab sie so dekoriert, dass es aussah wie ein Stillleben.
00:13:38: oder man kann sagen ... Das ist eigentlich wie ein kleiner Picasso.
00:13:41: Ist
00:13:41: das das absolut Besondere?
00:13:42: war der Hummer?
00:13:43: Das ist Michael Käfer, Gerd Käfers Sohn.
00:13:46: Er war damals noch ein Kind.
00:13:47: Als der Hummeer war ein absolutes Status-Symbol.
00:13:50: und dann eben diese französischen Fische, die Mammelude mehr lotten und sonst was, das waren neue Dinge da waren.
00:13:56: Und eben auch ganz wichtig diese exotischen Früchte.
00:13:59: Die Popeier, die Kiwi... ...die Mangoeis, das war Out of the World.
00:14:04: Man kannte halt wirklich nur einen Vanillaes oder Schokoladen.
00:14:07: Man wusste bei denen Hazelnuss!
00:14:11: Und immer mittendrin gärt Käfer.
00:14:14: Ein dünner Mann mit getönte Brille und strengem Scheitel, und so erfindet Käfer den Party-Service in Deutschland.
00:14:22: Große Firmen fragen bei ihm an und jede Menge Promis.
00:14:43: Und trotzdem ist er als Gastronom noch ein Außenseiter.
00:14:46: Gerd Käfer will das ändern, er will an den Ort wo die mächtigen Gastronomen Das Oktoberfest.
00:14:56: Aber um in den Sechzigerjahren auf die Wiesen zu kommen, muss man entweder aus einer bekannten Wirtefamilie kommen oder die richtigen Leute kennen Am besten jemanden mit Einfluss Jemand der darüber entscheidet wer reinkommt und wer nicht.
00:15:14: Und
00:15:15: das bin ich.
00:15:18: Also ihr Handy klingelt gerade Mit welchem
00:15:20: Sound?
00:15:21: Chiroyal Ich kann gerade nicht, aber ich rufe dich gleich zurück.
00:15:28: Ja?
00:15:31: Das ist Baby Schimmer los oder besser Michael Greta wie er im wirklichen Leben heißt.
00:15:37: Für eine Zeit lang war Greta Deutschlands berühmtester Klatschreporter hat für die Abendzeitung geschrieben als sie noch Pflichtlektorin in München war und er war Vorbild für eben diesen Baby Schimmer Los Die Hauptfigur der legendären TV-Serie Kiroial von Helmut Dietl über die Münchner Schickeria in den Achtzigern.
00:15:55: Wenn du die Serie nicht kennst, dieses Szene sagt dir vielleicht was.
00:16:12: Mario Adolf spielt dir einen schwer reichen reinischen Kleberfabrikanten der unbedingt in die Klatschkolumne von Baby Schimmer los will um so Teil der Münchner Schickeria zu werden.
00:16:22: aber der will ich über ihn schreiben.
00:16:25: Also knöpft sich Adolf den Klatschreporter vor.
00:16:44: Dann bist du mein
00:16:55: Genischt.
00:16:56: Greta ist inzwischen Zweiund Achtzig und achtet immer noch Pinnibel auf sein Äußeres.
00:17:01: Er trägt einen Maßanzug, als wir ihn für diesen Podcast treffen Einstecktuch Und natürlich eine, nennen wir sie mal exzentrische Krawatte Mit bestickten Highheels.
00:17:11: Diese Krawatten waren schon immer seinen Markenzeichen Wie Baby Schimmerlos.
00:17:16: den Chiroyal hatte Greta Anfang der Siebst gerne eigene Kolumne.
00:17:19: über die Münchner Schickeria fand er auf dem Partys von Gerd Käfer.
00:17:25: Es gab keine langweilige Käfer-Party, aber man musste schon das Portemonnaie aufmachen
00:17:32: und sie waren oft zu Gast oder?
00:17:34: Sie waren mittendrin bei den Käferpartys.
00:17:36: Ja, aber allen!
00:17:38: Es gab
00:17:38: keiner wo ich nicht dabei war.
00:17:39: Die beiden Männer gehen eine fruchtbare Beziehung ein.
00:17:42: Ich habe ja mit ihm ein gutes Pingpongspiel die ganze Zeit gemacht wo Leute dann mit ihm veranstaltet haben und er hatte Partys, die er mir gesteckt hat.
00:17:55: Also da war außer mir kein anderer Journalist dabei.
00:17:59: Er war nur
00:18:01: ich.".
00:18:01: Greta bestimmt mit seiner Kolumne über wen in München geredet wird – und das sind nicht nur Ushiglas oder Franz Beckenbauer sondern auch prominenten Zahnärzte, Champagner-Botschafters und Kleberfabrikanten!
00:18:14: Und ab jetzt eben auch Gerd Käfer.
00:18:17: Der erste Promi wird Deutschlands.
00:18:20: Aber Greta entscheidet nicht nur, wer in München zur Schickerie gehört – er hat, glaubt man Greta auch Einfluss darauf, wer auf die Wiesen kommt und wer nicht!
00:18:31: Im Sommer neunzehntelundseipzig trifft er sich mit dem Chef der Münchner Modewoche und einem Münchener Stadtrat.
00:18:38: Und dieser Stadtrat kommt irgendwann auf die wiesen zu sprechen.
00:18:41: Ein Platz würde auf der Wiese frei werden, sagt er.
00:18:45: Dann nennt ein paar Kandidaten und fragt, wen Greta und der Chef der Münchner Modewoche nehmen würden.
00:18:50: Was haltet ihr von dem oder jenem?
00:18:54: Und dann sagt er, Gerd muss ja da unbedingt drauf!
00:18:56: Der fehlt da, das ist der lebendigste,
00:18:59: der farbigste... Greta setzt sich also für Gerd Käfer ein – um Prompt bekommt Gerd käfer den freien Platz auf der Wiesen.
00:19:07: Wir haben es ihm zugeschanzt und er war sehr dankbar, der Gerd?
00:19:13: Das ist zumindest Michael Gretters Version der Geschichte.
00:19:35: Es gibt ja nur ein kleines Problem.
00:19:38: Bei der Schikaria ist die Wiesen Anfang der Siebziger überhaupt gar nicht angesagt.
00:19:43: Also ich war persönlich kein so großer Fan, weil das war für mich ein Volksfest.
00:19:50: Wir sind nur raus, wenn uns nichts anderes eingefallen
00:19:54: ist.
00:19:54: Weil ich kann mich noch gut erinnern... Also bin ich in Zweinzelt gekommen.
00:19:58: da war der Lothar Buckel damals der Wirt und gesagt habe mir gekürt das Kims, der ist schön!
00:20:03: War halb leer oder in Schützenzelt?
00:20:05: Ja, krieg den
00:20:06: nicht,
00:20:07: net wo wir uns sitzen also von Überfüllung und vorher alles zugesperrt.
00:20:12: Das war gar nicht.
00:20:15: Die Wiesen des Anfang der siebziger ein stinknormales Volksfest.
00:20:18: Wenn hier mal was los ist, dann wegen einer Massenschlägerei.
00:20:22: Zu uncool und proletarisch für die Münchner Schickeria.
00:20:25: Aber Gerd Käfer will das ändern.
00:20:30: Also schickt er seinen Sohn am ersten Wiesentag in der anderen Zelte Mit einem Geheimauftrag.
00:20:36: Er soll sich aus jedem Zelt eine Speisekarte mitnehmen.
00:20:42: Also auch alle wird die untereinander spionieren.
00:20:46: Wenn der zu oft ein Zelt besucht hat, dann war klar, dass er nächstes Jahr die Band abgeworben hat.
00:20:51: Das ist auch das Nettjahr im Oktoberfest!
00:20:54: Auf den Speisekarten der Konkurrenz findet Gert Käfer vor allem Händel und Bier.
00:21:00: Kein Hummer, kein Ludemär und schon gar keinen Mango-Eis – das will Käfer ändern.
00:21:06: Hummer gibt's bei ihm zwar nicht aber dafür Rährücken, Gamsbraten und Champagner.
00:21:13: Damals durfte ich auch wirklich ein Bier ausschenken und Wein, aber Vater hat halt dann eben im Bier grügen.
00:21:19: Also Tongrügen gab es halt dann Sekt und Champagner und Wein so geheim alles also...
00:21:25: Es spricht sich rum dass die Wiesen im Käferzelt etwas anders ist.
00:21:29: Exklusiver!
00:21:31: Es kommt nur rein wer berühmt ist oder auf der Gästeliste steht.
00:21:38: Das erste Jahr auf der Wiesen wird ein voller Erfolg genauso wie das Jahr danach Und schon neunzeitereinzig.
00:21:45: Also zwei Jahre nach dem Wiesendibü darf Käfer eine größere Hütte bauen.
00:21:50: Die Promis pilgern jetzt nicht nur auf Käfers Partys, sondern auch zu ihm aufs Oktoberfest und Michael Greter schreibt darüber in der Abendzeitung.
00:21:58: Also mit Käfer wurde die Wiesengesellschaftlich
00:22:01: geartet.
00:22:05: Käfer hat sein Ziel erreicht – er hat die Schickarier auf die Wiesen geholt.
00:22:11: Aus einem Volksfest wird Dank Gerd Käfer ein Pflicht-Event für Promis und Firmen Ein wichtiger Meilenstein für das Oktoberfest.
00:22:21: Gerds Sohn Michael Käfer ist als Teenager ab dem dritten Wiesenjahr dabei, er arbeitet jeden Tag im Zelt mit.
00:22:29: Dort kann er seinem Vater nahe sein und so etwas Aufmerksamkeit von ihm bekommen.
00:22:34: aber Michael Käffer will es nicht nur seinen Vater beweisen.
00:22:45: Also arbeitet Michael genauso hart wie sein Vater.
00:22:49: Vielleicht sogar noch härter, aber erst mal studiert er Ende der siebziger Jahre BWL in München.
00:22:59: Es ist eine Zeit, in der München boomt wie nie.
00:23:02: George Moroder produziert in einem Music-Land Studios für die Rolling Stones, verhält John und Led Zeppelin – und Freddie Mercury zieht ins Glockenbach viertelt!
00:23:11: Auf einmal will ich nicht nur ganz Deutschland nach München, sondern halb Europa.
00:23:36: Okay das ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben.
00:23:39: gab er noch Paris London und New York?
00:23:42: Das war der Narbe dieser Erde.
00:23:45: Einigen wir uns darauf dass München in den siebzgern und achtzgern zumindest in deutschland die Nummer eins ist.
00:23:50: Nach dem Studium bekommt Michael Käfer von seiner schwäbischen Großmutter... ...fünfundzwanzigtausend Mark geschenkt.
00:23:56: Mit dem Geld übernimmt er... ...neunzerdreienachtzig eine Disco, das P-I.
00:24:01: Hier erinnert sich Michael Käffer in einem Interview im SWR.
00:24:04: Das
00:24:04: war ein recht runtergekommener Raum und da waren Punk-Club drinnen.
00:24:09: also Punk-Klub können Sie noch rennen?
00:24:12: Ja!
00:24:14: Und dann kam der furchtbare Käfer rein und hat diesen Demietvertrag da gekriegt.
00:24:17: Zur Eröffnung schickt Gerd Käfer seinem Sohn sechzig Champagnerflaschen.
00:24:22: Im P.I werden Motto-Partys gefeiert, in denen sich die Gäste als Römerinnen verkleiden – als Neandertaler oder Rettungsschwimmerinnen aus Baywatch.
00:24:43: könnte es sein, vielleicht irgendeine Dame mit ihr geredet hat oder sonst was gemacht hat.
00:24:48: Dann war kein Foto da und das...
00:24:50: Aber zum Mythos wird der Club durch seine harte Tür.
00:24:53: Gute Chancen haben?
00:24:55: Promis, Models die Schickarier!
00:24:58: Nicht so gute Chancsen – alle anderen.
00:25:01: Aber selbst Promis werden manchmal in P-I abgewiesen.
00:25:05: Einmal stehen vier Männer mit langen Haaren vor dem Türsteher.
00:25:08: Der Türsteer schüttelt im Kopf.
00:25:10: aber wir sind doch die Scorpions sagt einer der Männer.
00:25:13: Und die Antwort des Türstehers?
00:25:16: Eben.
00:25:17: Es sind solche Legenden, die das P-I in den Achtskern und Neunskern zur angesagtesten Diskothek Deutschlands machen.
00:25:23: Oliver Kahn, Boris Becker und Lothar Matthäus lernen hier ihre Freundinnen kennen.
00:25:28: Prince und Mick Jagger gehen ins P.I.E.N.S.
00:25:30: Eines meiner Highlights mit.
00:25:31: eine Usen hat das erste öffentliche Konzert oder erst nicht einen öffentlichen Auftritt im P.
00:25:36: I.G.E.,
00:25:37: die wunderschönste Frau aller Zeiten.
00:25:39: Als ich stand damals mit dem Major-Chef, da wir waren nur hochgeguckt, die kam so die Treppe runter, haben nicht aufs Lieb gehört sondern nur Frau Usen angeguckt.
00:25:46: Michael Käfer ist jetzt der neue König des Münchner Nachtlebens.
00:25:51: Auf einmal reden alle über ihn – nicht über sein Vater.
00:25:55: Sogar Michael Greta hängt jetzt nachts im P.I.
00:25:57: ab!
00:26:05: Nicht nur das Münchner Nachtleben wird immer exklusiver, München ist in den Neunskern endgültig zu einer reichen Stadt geworden – vielleicht zu reich um noch cool zu sein?
00:26:15: Und so zieht es nach der Wende plötzlich alle ins günstige und aufregende Berlin, der neuen Hauptstadt.
00:26:21: Auch für Käfer geht's in den neunskeren Jahren bergab.
00:26:26: Das Wiesenzelt ist zwar eine Goldgrube aber das Oktoberfest ist leider nur zweieinhalb Wochen im Jahr.
00:26:31: Im Rest des Jahres läuft das Geschäft immer schlechter.
00:26:35: Die Wirtschaft kieselt nach der Wende und dann drängt auch noch immer mehr Konkurrenz in den Catering-Markt.
00:26:43: Aber Gerd Käfer's größter Konkurrent kommt aus der eigenen Familie.
00:26:47: Sein Sohn Michael Käfer steigt in das Unternehmen ein.
00:26:52: Wie lässt es seine Großmutter, die ihm ihre Anteile schenkt?
00:26:59: Du willst Raumparteile Anteil hergeben und dann sagst du ja eigentlich schon.
00:27:02: Und da habe ich ihn mir halt abgekauft gegen die Leibrente, auch ein bisschen Geld.
00:27:08: Das war für meinen Vater nicht schwierig weil ich dann plötzlich die Mehrheit am Unternehmen
00:27:12: hatte.".
00:27:12: Michael Käfer hat ganz andere Pläne als sein Vater.
00:27:16: Er will Kosten sparen Aus der One-Man Show ein modernes Unternehmen machen das sich aufs Wesentliche konzentriert.
00:27:24: Gerd Käfer ist komplett dagegen.
00:27:27: Anfang der neunziger steigt er aus Und überlässt seinem Sohn die Firma und das Wiesenzelt?
00:27:33: Ja, ich hab alles abgegeben.
00:27:34: Die ganze Firma Käfer habe ich ihm übergegeben.
00:27:36: Da gehört natürlich die Wiese auch dazu.
00:27:38: Und da hat er mich auch überredet.
00:27:40: Er möchte natürlich selbstverständlich die Wiesel mit dabei haben.
00:27:43: Der Gott, ich habe mich überreden lassen, dann war es also alles vorbei.
00:27:45: Das schade, ne!
00:27:46: Und das tut man heute unheimlich leidig, sagst du den ganz ehrlich.
00:27:50: Wenn ich auf die Wisse gehe, müsste ich fast weinen.
00:27:53: Vater und Sohn reden kaum noch miteinander.
00:27:58: Michael Käfer bestimmt jetzt ganz allein wo's langgeht Aber die neue Strategie kostet erstmal Geld.
00:28:04: Er muss neu investieren, Schulden machen.
00:28:07: Und da war mein Vater auch der, der gesagt hat ne ich will jetzt nicht mehr, ich will nicht mehr unternehmen und nichts mehr zu tun haben.
00:28:12: Das ist eh eine falsche Richtung und das machst du jetzt allein.
00:28:17: Ich will es ungefähr den Untergang nicht dabei
00:28:19: sein.".
00:28:20: Michael K. verdenkt daran alles zu verkaufen.
00:28:23: Vor allem eins hält ihn in dieser Zeit noch am Leben – das Wiesengeschäft!
00:28:29: Aber die Wiesen macht Mitte der Neunzke eine radikale Veränderung durch.
00:28:34: Eine Veränderungen, die helfen wird Käfer wieder auf Kurs zu bringen.
00:28:56: Es ist mittags unter der Woche.
00:28:58: ich höre so richtig dieses Rauschen der Fahrgeschäfte und dieses Wiesen gemurmeln.
00:29:05: schöner Tag.
00:29:05: viele sitzen draußen genießen die Sonne haben ihre Maß vor sich.
00:29:11: Das is Lola Paltinger.
00:29:13: Es ist neunzehntfünfeinneunzig und sie hat sich mit ihren Mitschülerinnen von der Modeschule auf die Wiesen getroffen.
00:29:18: Man kriegt auch ein Tisch, ganz spontan!
00:29:21: Auch wenn wir jetzt mehrere Mädels von der Schule sind.
00:29:25: Lola Paltinger trägt einen Dirnel aus dem Second Hand Shop... ...und ist damit unter den Wiesengästen ziemlich alleine.
00:29:31: Sie tragen
00:29:32: Alltagskleidung.
00:29:33: Ganz normale Alltagskleidung aber da ist nichts Trachtiges unterwegs.
00:29:38: Das war nicht nur in der Neuzgarn so Auch davor trägt außer den Bedienungen und Trachtlern so gut wie niemand Tracht auf der Wiesn.
00:29:45: Vor allem kein Münchner, und erst recht nicht Michael Greta Aber ich
00:29:49: war nie mit einer Tracht hier auf der wiesn!
00:29:52: Nie!
00:29:53: Die haben mich ausgelachen.
00:29:55: Wir trachten höchstens wenn wir aufs Land fahren damit wir nicht auffallen in Miesbach
00:29:59: das
00:29:59: Störterer dabei sind.
00:30:01: Aber wieder zurück zu Lola Paltinger die mit ihren Freundinnen auf der Wiessen sitzt
00:30:05: Und
00:30:07: naja und alle
00:30:08: und plaudern wir durcheinander.
00:30:11: Und dann kommt immer mal wieder zur Sprache, naja ... Wir machen ja Schulabschluss, das kommende Jahr auf der Modesschule.
00:30:18: Dann werd ich gefragt von meinen Freundinnen, was meinst du?
00:30:21: Was du jetzt als Thema nimmst!
00:30:24: In dem Moment an diesem sonnigen Tag schau' ich mich um... Es ist Wiesen und sag einfach so flapsig dahin.
00:30:34: Naja, ich mach
00:30:35: Trachten!".
00:30:36: Zwei Wochen später fängt Lola Paltinger mit dem Entwurf für ihr Assistentel an und merkt, dass sie gar keine Ahnung hat was sie da tut.
00:30:44: Also weder kannte ich mich mit Trachten aus noch habe ich mich dann näher mit Trachten befasst.
00:30:50: ehrlich gesagt
00:30:50: Wir auch als gebürtige Mannheimerin.
00:30:53: Egal denkt sie sich und macht einfach drauf los.
00:30:56: Ich hab teilweise so Glitzerblüßchen gemacht mit Leopardenmuster Die Schürze besetzt mit Blumen bestickten Borten Kleine Pailletten drin, dann auch Samen trüchen.
00:31:08: Ein Jahr später bringt sie ihre erste Dirndl-Kollektion auf den Markt.
00:31:12: Sie nennt sie
00:31:13: Lollipop und Alpenrock.
00:31:15: Lola's Dirndls sind um einiges teurer als die Second Hand Dirndle.
00:31:18: Ein komplettes Dirndel von ihr kostet heute über dreitausend Euro.
00:31:23: Die Zielgruppe?
00:31:25: Modebewusste Frauen mit Geld Das Käferpublikum also.
00:31:30: Irgendwann wird das Fernsehen auf die Dirndler aufmerksam.
00:31:33: Ende der Neunziger läuft auf TV München ein Bericht über Lola's Dirndl.
00:31:37: Und sofort trifft die Tulia Siegel an und sagte, wer seid ihr?
00:31:42: Wo muss ich hinkommen, dass ich so einen Dirndle bekomme?
00:31:44: Und zehn Minuten später war sie da ungefähr!
00:31:47: Immer mehr Promis und möchte gern Promis fragen bei ihr an.
00:31:52: Ihre glitzenden Dirndles auch mit Tiefen der Kultee kommen gut an in der Glitzer- und Glamour Welt.
00:31:57: Die Promies zeigen ihren neuen Dirndling am liebsten im Käferzelt.
00:32:00: Ich habe damals wirklich Noch viel, viel glitzrigere Dirndl gemacht als heute eigentlich.
00:32:07: Und in diesem Licht beim Käfer
00:32:09: ... Der
00:32:11: Glitzer!
00:32:11: Das kam immer irre zur Geltung.
00:32:14: Das Käfer-Zelch wird zum Wiesenlauf stieg.
00:32:17: Erstes Wiesenwochenende Käfer, Almauftrieb.
00:32:20: Da zeigen sich alle, da ist die ganze Presse.
00:32:22: Es ist dann auch überall in den Medien und da weiß
00:32:26: man was läuft
00:32:27: auf der Wiese und was getragen wird in dem
00:32:29: Jahr.
00:32:30: Denn Lola's Dirndl sind das Wiesengespräch Nummer eins.
00:32:35: Ist das noch Tracht?
00:32:36: Darf man sowas tragen?
00:32:37: Wenn es nicht unbedingt die Porno-Dindl sind, dann ist es doch wirklich supergeil!
00:32:41: Was ist denn
00:32:42: ein Porno?
00:32:42: und
00:32:42: Dirndls?!
00:32:43: Die Heide sind ganz kurzen und ohne Blusen und halt nackig, so was geht gar nicht... Also
00:32:47: es sollte immer noch im traditionellen
00:32:49: Stil sein und dann ist mal richtig auf der Wiese aber da näht es über Drieme.
00:32:54: Es passt einfach nicht, oder?
00:32:56: Was heißt übertrieben?
00:32:57: Ja so mit Tra-la-la
00:32:58: und Federn und Zeig und Rüscherl auf die Obe hintreffiere.
00:33:02: Alle wollen mitmachen beim Trachtentrend.
00:33:04: Egal ob Dirndel oder Lederhosen – Tracht wird Anfang der zweitausender Jahre auf der Wiesen fast schon zu Pflicht!
00:33:11: Und weil sich die meisten die Dirndle von Paltinger nicht leisten können kommen bald billigere Trachten auf dem Markt.
00:33:17: Hergestellt in Sri Lanka In Indien In der Türkei.
00:33:21: Die Wiesen Das ist ab sofort nicht mehr nur Bier sondern auch Tracht und liefert so Bilder, die um die Welt gehen.
00:33:35: Und die Promis lassen sich am liebsten bei Lola Paltiger einkleiden – nicht nur deutsche C-Promies, sondern auch Paris Hilton, Kim Kardashian oder Salma
00:33:44: Hayek.".
00:33:45: Da wurde ich dann eben auch angefragt in deren Lift für Katy Perry.
00:33:49: Dann habe ich ein ganz süßes, gepunktetes gemacht, somit zu großen
00:33:54: Dots,
00:33:54: so ein bisschen Sixtysmäßig sehr entzückend... Und dann wurde ich gefragt, ob ich für ihre Katze auch ein Dirndl machen könnte.
00:34:07: Katy Perry tritt in dem Dirndle dann auch bei Wettendass auf.
00:34:10: Natürlich mit ganz viel Glitzer und durchsichtiger Bluse.
00:34:18: Ich find's ganz toll!
00:34:20: Die Wiesen bekommt immer mehr Aufmerksamkeit – weltweit.
00:34:23: Um wird Sohn in zweitausender Jahren zum Mega-Event.
00:34:26: In einer Stadt die ansonsten ziemlich bürgerlich und ruhig geworden ist steigt auf einmal die größte Party der Welt Alle wollen im September nach München, Touris und Weltstars.
00:34:37: Und die Stars gehen am liebsten ins Käferzelt!
00:34:41: Und so hilft der Wiesenheib Käfer zur Jahrtausendwende wieder auf Kurs zu kommen durch verlässliche Einnahmen aber vor allem als riesengroße Werbeplattform für sein Feinkostgeschäft.
00:34:52: Die kostenlose PR hilft Michael Käfer aus der Firma seines Vaters wieder ein erfolgreiches Unternehmen zu machen mit mehr Feinkosten statt Party Denn die Reichen feiern einfach weniger.
00:35:04: Außer es ist Wiesn!
00:35:12: Michael Greter schreibt heute übrigens nicht mehr für die Abendzeitung, er ist ja auch schon zweiundachtzig.
00:35:17: Dafür gibt's andere, die den Käfer-Mythos am Leben halten.
00:35:20: Ich heiße Cathy Hummels ich bin Moderatorin und Unternehmerin
00:35:24: Aber vor allem ist Cathy Hummers Influencerin hat auf Instagram über siebenhunderttausend Follower und postet dort zur Wiesenzeit Fotos von ihrer eigenen Dirndl-Kollektion, der Kathi Hummels Kollektion.
00:35:37: Wie meine Liebe zum Dindl entstanden ist, kann ich gar nicht pauschal beantworten weil ich bin eigentlich im Tracht geboren, ich bin ein wehrisches Mädchen.
00:35:45: Kathi Hummels hostet auch ein eigenes Wiesn-Event, Kathis Wiesenbummel.
00:35:59: Also wir starten immer mit meiner eigens kreativen Wiesenbummel Beauty Lounge da wenn wir aufgehübscht
00:36:06: Und zwar fünf Stunden lang.
00:36:08: Wir
00:36:08: ziehen uns Tracht ein, wir machen uns so richtig ready und dann wird ein traditioneller Wiesenbummel
00:36:13: gemacht.".
00:36:13: Und natürlich ist es auch eine riesige Werbeveranstaltung für Designerinnen, Kosmetikmittel, Stylisten.
00:36:19: aber vor allem ist es Werbung für die Wiesen... ...und am Ende geht's natürlich ins Käferzelt!
00:36:24: Da gibt´s dann Hähnchen und Braten und alles was es halt so gibt ne?
00:36:29: Die schöne Platte vom Käfer, die gibt es ja mittlerweile auch vegan, finde ich zum Beispiel auch ganz toll.
00:36:35: Und
00:36:35: Feiern
00:36:36: da trinken, Masken ließen einfach das
00:36:38: Leben.".
00:36:49: Gerd Käfer hat in den siebziger Jahren die Münchner Schickerie auf die Wiesen gebracht.
00:36:53: Sein Sohn Michael hat sein Erbe angetreten und das Käfer zählt in den Zweitausenden endgültig zu einem Treffpunkt der Stars gemacht – zum P-I der Wiesn!
00:37:04: Im VIP Bereich im ersten Stock zeigen die Bayernspiele ihre Lederhosen Kim Kardashian schaut immer wieder vorbei, Yousim Bolt.
00:37:12: Aber seien wir ehrlich?
00:37:14: Das Geheimnis des Käferzeltes haben wir noch nicht gelüftet und das geht wahrscheinlich auch nur wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat.
00:37:21: den Champagner die Stars Die wilden Partys.
00:37:26: Ich musste endlich selber rein Dahin wo alle hin
00:37:29: wollen
00:37:30: In dem VIP Bereich im ersten Stock.
00:37:41: Das ist mein Co-Autor Simon.
00:37:43: Wir treffen uns mit unserem Tontechniker Leon vorm Eingang.
00:37:47: Normalerweise hat man um die Uhrzeit keine Chance hier reinzukommen, aber wir haben von Michael Käfer Pressekarten bekommen.
00:37:54: Damit kommen wir ins Käfer – aber blöderweise nur bis zehn Uhr abends!
00:37:58: Jetzt ist es zehn vor zehn.
00:38:02: Der erste Eingank führt in den Biergarten.
00:38:05: Davor steht ein Türsteher.
00:38:06: Ich zeige ihm die Pressekarte.
00:38:08: Er nickt.
00:38:11: Vorhin steht eine große, zweistöckige Holzhütte.
00:38:14: Das ist sie – die Käferwiesenschenke!
00:38:17: Auch sie wird von einem Türsteher bewacht.
00:38:20: Er mustert uns, schaut skeptisch auf die Pressekarten.
00:38:23: Da nickt auch er mit dem Kopf.
00:38:24: Wir dürfen rein.
00:38:25: Es ist voll und stickig im Käfer.
00:38:44: Die Stimmung ist ganz anders als in den großen Zelten.
00:38:47: Hier ist es eher wie in einer riesigen verwinkelten Skihütter.
00:38:50: Zwischen den Holztischen hängen silberne Luftballons von den Lampenschirmen Baum in Lebkuchen.
00:38:59: Auf den Holzbänken stehen Besoffene und trinken aus ihren Maskrügen.
00:39:04: Promis sehen wir keine, ist ja auch klar!
00:39:06: Die sind ja oben im VIP-Bereich.
00:39:10: Wir gehen zur Treppe zum ersten Stock Aber der Türsteher lässt uns nicht durch.
00:39:15: Mit unseren Pressekarten dürfen wir nicht nach oben.
00:39:19: Ich gehe zum Büro und frage nach Michael Käfer Ein Security will wieder mein Bändchen sehen.
00:39:24: Ich zeige meine Pressekarte.
00:39:27: Das geht nur bis zehn!
00:39:29: Es ist eine Minute nach zehn... ich setze mein nettestes Lächeln auf und frage ihn ob ich trotzdem drinbleiben darf, aber da schubst du mich schon nach draußen und schreib mir hinterher.
00:39:41: Ihr Journalisten wisst doch ganz genau kein Saufen nach zehn.
00:39:50: Er hat mir ja seine Nummer gegeben.
00:40:07: Hey Niklas, also wir wurden vorhin rausgeworfen und jetzt da haben wir an dich gedacht.
00:40:11: als letzte Rettung, letzter Anker kannst du uns reinbringen, kannst du ein Spännchen ausgesinnt für das Käferzelt?
00:40:18: Ja wäre gar nicht klappt!
00:40:19: Vielen vielen Dank.
00:40:20: Tschüss!
00:40:21: Fünfzehn Minuten später bekomme ich eine Nachricht.
00:40:24: Es ist Niklas.
00:40:25: Hab einen Band für unten Aber nur für mich Nicht für Simon und Leon.
00:40:29: Wir treffen uns voll im Eingang.
00:40:34: es regnet inzwischen stark.
00:40:36: Es ist kurz nach elf.
00:40:38: Alle anderen Zelte haben jetzt geschlossen.
00:40:44: Er gibt mir das Bändchen und ich ziehe es über meine Hand.
00:40:52: Wir laufen zu einem Seiteneingang, die Türsteherin checkt unsere bändchen.
00:41:00: Wir kämpfen uns durch die Menge zu Pia.
00:41:09: Sie steht mit einer Freundin in der Nähe der Bar.
00:41:16: Und Sean ist Niklas wieder weg, er will Benchen vor oben organisieren.
00:41:21: Ich bleib bei Pia und ihrer Freundin – wir warten!
00:41:25: Niklas ist jetzt schon eine halbe Stunde weg.
00:41:27: In einer Stunde schließt das Käfer.
00:41:33: Pia macht noch schnell ein Foto für Instagram Hashtag, nächste Runde VIP-Bereich.
00:41:39: Dann geht sie zum Türsteher der vor der Treppe zum ersten Stock steht und redet mit ihm – aber der schüttelt nur den Kopf!
00:41:47: Ein älterer Mann kommt die Treppe runter.
00:41:49: Sie spricht kurz mit ihm, dann dreht er sich zum Türteher und ruft «Sie gehört zu mir».
00:41:55: Pia darf nach oben.
00:42:07: Zehn Minuten später ist Niklas wieder da.
00:42:09: Er hat ein hautfarmenes Bändchen-Numberang und dann geht auch Niklas nach oben, zwanzig Minuten später kommt Pia mit dem alten Mann zurück.
00:42:26: sie winkt ihre Freundin zu.
00:42:28: Auch sie darf jetzt nach oben.
00:42:30: Ich gehe ja hinterher aber der Türsteher versperrt mir den Weg.
00:42:35: Nur ein einziger Mann steht noch zwischen mir und dem ersten Stock.
00:42:38: Und ich habe nur noch eine halbe Stunde.
00:42:42: Auf einmal hab' ich das Gefühl, dass mich alle anstarren.
00:42:45: Ich verkriech mich in einer Ecke... ...und warte auf einen Wunder.
00:42:54: Aber das Wunder kommt nicht.
00:42:57: Es ist halb eins Die Käfergäste strömen nach unten.
00:43:01: Das Licht geht an!
00:43:04: Ich fasse meinen ganzen Mut zusammen und gehe nochmal zum Türsteher.
00:43:09: Ich frage ihn, ob ich wenigstens einen kurzen Blick nach oben werfen darf.
00:43:13: Er nickt genervt und winkt mich durch.
00:43:16: Ich gehe die Treppe hoch – es sind kaum noch Leute da!
00:43:20: Es ist ein bisschen verwinkelter als unten aber sonst derselbe Hütenscham.
00:43:26: Die Bedienungen räumen schon auf.
00:43:28: Auf den Tischen stehen ein paar leere Champagnerflaschen.
00:43:32: Ich bin zu spät.
00:43:34: Die Party ist vorbei.
00:43:45: Alles strömt raus auf die Terrasse.
00:43:47: Dort steht Michael Käfer.
00:43:50: Er trägt einen grauen Trachtenjanker und umarmt seine Stammgäste zum Abschied.
00:44:04: Ich gehe mit den anderen Gästen die Treppe runter.
00:44:06: Wir laufen über die Theresienwiese, zum Ausgang am Esperantoplatz.
00:44:11: Dort warten schon meine Rikscha-Kollegen auf uns Denn für die Käfergäfte ist die Party noch lange nicht vorbei.
00:44:18: Sie wollen weiter fallen Im Pasha in der Nullacht Neunbar im Film Kassel Und wo die Aft der Wiesenpartys eigentlich immer eine Enttäuschung sind zu laut, zu klebrig.
00:44:34: Alle viel zu
00:44:35: dicht.".
00:44:36: Aber es gab da mal einen Club – da ging die Partynachtgewiesen erst so richtig los!
00:44:42: Bis er eines Tages von hundertsechzig Sondereinsatzkräften der Polizei in einem Spezialkommando gestürmt wurde.
00:44:52: Nächstes Mal bei Das Lederhosenkatel.
00:44:56: Kokain ohne Erne, die haben alle gezogen
00:44:58: im Harz.
00:44:59: Riesen-Kokainskandal!
00:45:00: Die bisher größten internen Ermittlungen, die in der Geschichte der Bundesrepublik gegen Polizeibeamte geführt
00:45:06: wurden.
00:45:06: Da wo der Alkohol
00:45:07: ist übergeflossen,
00:45:08: ist also auch meine Drucken rübergeflosst.
00:45:09: Am Mund haben schutzigere Westen an schwere Waffen und am Bäder muss ein Päckchen fallen.
00:45:15: Ich hab Scheiße gebaut,
00:45:16: ich habe meinen Hose
00:45:17: runtergelassen.
00:45:46: Alexander, wenn wir zurück sind... ...und du?
00:46:05: Hans-Ger Gutsfeldt, Chris Carles und Leon Watterkapp.
00:46:09: Drums Julian Lange Marketing Hannah Marahil Coverart Matteo Siegolo.
00:46:19: Unsere Executive Producer sind Tobias Baukarge und John Hanschen.
00:46:24: Ein besonderer Dank an Sethin Bortosch Christian Pfeiffer Raphael Gutzfeldt und Simone Egger.
00:46:31: Und dann alle die für diesen Podcast mit uns gesprochen haben.
00:46:34: Wenn es euch gefallen hat, freuen wir uns wenn ihr diesen Podcast abonniert und ihn weiter empfehlt.
00:46:41: Neue Episoden gibt's immer Sonntags!
00:46:44: Bis zum nächsten Mal.
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