04 - Mia san Bier

Shownotes

Studio Bummens präsentiert: "Das Lederhosen Kartell" - der Podcast über das Oktoberfest…

Episode 4: Mia san Bier

Steffen Marx hat einen Traum: Er will mit seiner kleinen Brauerei Giesinger Bräu auf die Wiesn, als siebte Brauerei. Auf dem Oktoberfest teilen die sechs großen Münchner Brauereien das Wiesn-Geschäft seit Jahrzehnten unter sich auf. Sie sind eine Art Münchner Bieradel, bestehend aus mächtigen Bierbrauern und Wiesnwirten. Aber Marx sagt den großen Brauereien den Kampf an und kommt seinem Ziel, sein eigenes Bier auf der Wiesn auszuschenken, immer näher. Damit könnten die Gesetze der Bierstadt München neu geschrieben werden.

Transkript anzeigen

00:00:00: Servus!

00:00:01: Das ist die vierte Folge von das Lederhosenkartell.

00:00:05: Neue Episoden gibt es immer Sonntags um elf Uhr, überall wo es Podcasts gibt.

00:00:11: und jetzt geht's los.

00:00:43: Würde ich kein Podcast über die Wiesen machen, wähle ich nicht hier.

00:00:46: Sondern im Bett!

00:00:48: Es ist nämlich zehn Uhr früh und später muss ich noch bis tief in den Nachträgscher fahren.

00:00:52: Aber weil mein Tontechniker extra aus Berlin gekommen ist versuche ich so viel Begeisterung wie möglich vorzutäuschen.

00:01:04: Ich weiß das gelingt mir nur so halb.

00:01:09: Als erstes reitet das Münchner Kindl auf einem weißen Haflingern uns vorbei und winkt in die Menge.

00:01:14: Das Mönchner Kindl ist der Mönche im Münchner Stadtwappen, aber auf der Wiesen ist er eine junge Frau mit langen blonden Haaren.

00:01:22: Danach kommt eine mit Blumen verzierte Kutsche – sie wird von vier braunen Pferden gezogen.

00:01:31: In der Kutssche sitzt Mönchen's Oberbürgermeister Dieter Reiter und die zwei Wirte des Schottenhammels Zeltz.

00:01:37: Sie tragen Trachten-Janke und winken der Menge zu als wären sie geborene Monarchen.

00:01:42: Aber am imposantesten sind die Kutschen der sechs großen Münchner Brauereien, die auf der Wiesenbier ausschenken.

00:01:48: Jede Brauerei-Kutsche wird von sechs Kaltblütern gezogen.

00:01:52: In München kann den Namen der Sechsbrauerei vom Oktoberfest jedes Kind im Schlaf aufsagen.

00:01:57: Augustina Hakapshaw Hofbräu Löwenbräue Paulana und Spaten.

00:02:04: Okay vielleicht nicht jedes Kind.

00:02:08: Der Einzug der Wiesnwirte ist mehr als eine Wiesentradition Er ist eine Machtdemonstration, die zeigt wer auf der Wiesn das Sagen hat.

00:02:17: Denn für den nächsten zweieinhalb Wochen wird München nicht nur vom Oberbürgermeister regiert sondern auch von einem mächtigen Bieradel Den Wiesenwirten und den sechs großen Brauereien Die seit Jahrzehnten alles unter sich aufteilen.

00:02:30: Aber es gibt da einen Mann Der hat den Großenbrauereen vor ein paar Jahren den Kampf angesagt.

00:02:36: er will sein eigenes Bier auf der wiesen ausschenken Und könnte so die Bierstadt München für immer verändern.

00:02:44: Das ist das Lederhosenkartell.

00:02:46: Folge vier, Mia samt Bier.

00:03:20: Die Münchner Bierrevolution beginnt in einer Doppelgarage im Münchener Stadtteil Giesing – genauer in Untergiesing.

00:03:27: Dort sitzt der Bierbrauer Steffen Marx auf einem schwarzen Hocker und lässt sich ein Tattoo auf den rechten Unterarm stechen Und zwar den Namen seines Liebingsgetränks.

00:03:35: Aber du machst jetzt den Tattoo nicht wegen dem Podcast, sondern das hättest

00:03:40: du auch so gemacht.

00:03:41: Ich habe mir gesagt, ihr seid zu cool drauf und der Podcast sollte aus was Besonderes sein.

00:03:44: Und dann habe ich gesagt okay, dann geh'n mir her und dann mache ich gleich eine

00:03:48: Live-Session.".

00:03:49: Stefan Marx gefällt sich in der Rolle des Bierrevolutionsers.

00:03:52: Auf dem linken Oberarm hat er bereits ein Tattoo von einem Maibau mit den Symbolen der vier Zutaten vom Bier – Hopfen, Wasser, Gerste und Hefe!

00:04:02: Auf dem rechten Oberarm hat er sich die Heile Kreuzkirche tätowieren lassen.

00:04:05: Darüber fliegt ein Turmfalke.

00:04:07: Es ist das Logo von Giesinger Bräu, seiner Brauerei.

00:04:12: Aber ich habe immer damals gesagt es ist eine Stellungsvoraussetzung dass sich jeder an Giesänger logo tätowiert muss.

00:04:16: aber Das kam nicht so gut an.

00:04:18: deswegen haben wir das jetzt auf fakultativ Ebene angesiedelt.

00:04:23: Hier wo heute das Tattoo Studio ist haben Steffen Marx und sein damaliger Braumeister, im Jahr zwei Tausendfünf ihr erstes Bier gebraut.

00:04:30: Wir haben hier viel Miss gebaut aber auch vier gute Biere hergestellt.

00:04:35: also hier ist quasi die Ursprungszelle vom Giesinger Braulen.

00:04:40: Das war schon eine coole Zeit.

00:04:42: kein Geld keine Angst.

00:04:44: wieder selbstgehalten.

00:04:46: so ist ja Angst und Geld haben wir noch nie gehabt.

00:04:49: Für alle nicht Münchner!

00:04:50: Giesingen gilt nicht nur als Münchens Arbeiterviertel sondern ist auch die Heimat von eighteenhundertsechzig München, dem zweiten Münchner Fußballverein neben den großen FC Bayern.

00:05:01: Und in dieser Tradition sieht sich auch Steffen Marx.

00:05:05: Erster Underdog und jetzt tritt er an gegen die Großen Münchener Brauereien.

00:05:27: Die Idee für die eigene Brauerei hat Steffen Marks zwei tausendfünf in einem Münchler Biergarten – wo auch sonst?

00:05:33: Da sitzt Marx zusammen mit einem Freund, dem späteren Braumeister im Königlichen Hirschgarten.

00:05:39: Ja, also es ist gut gefüllt.

00:05:41: Wir haben sommerliche Temperaturen, wir haben einen Steckerfisch auf dem Tisch, essen gerade unseren Oberstar und trinken unsere dritte Mass.

00:05:49: Ich starte immer gerne mit Radleimass um nicht ganz so zu eskalieren hinten raus aber...

00:05:54: Stefan Marx ist damals Mitte zwanzig und kommt eigentlich aus Mecklenburg-Vorpommern.

00:05:58: Nach München ist er zum Studium an der Bundeswehr ohne gezogen Aber das hat er zu diesem Zeitpunkt bereits abgebrochen.

00:06:04: Und jetzt bei der dritten Mass Fast damit seinem Freund den Plan, was er in Zukunft machen möchte.

00:06:10: Also wir waren gute Konsumenten der unsere sechs Brauerkollegen in der Stadt bis dahin.

00:06:18: und dann haben wir angefangen... Wir wollen einfach mal ein Bierchen machen, was wir selber gemacht haben.

00:06:23: Ein Bierchen das anders schmeckt als das traditionelle Münchner Hell?

00:06:27: Einen Tag später haben wir beschlossen eine Annonce zu schalten dass wir einen Sudhaus suchen und die Annonce hat, glaube ich, hundertsechzig Euro gekostet.

00:06:37: Und das waren so alle allererste Investitionen in diese Geschichte vom Giesinger Bräu, war diese Annonce wenn man mal von den fünfzehn Mast da absieht.

00:06:46: Ihre Suche nach dem passenden Ort zum Bierbrauen bringt sie schließlich in den Hinterhof unter Giesingen.

00:06:51: Im Hinterhof eben ehrlich war es eine Garage eigentlich sogar eine Doppelgarage und die hatte zufällig ein Gully Ein Kamin und da konnten wir unser Sudfaden anschließen.

00:07:01: Trotzdem können sich Steffen Marx und sein Freund die Doppelgarage nicht leisten, denn die haben als echte Sechsker wirklich gar kein Geld!

00:07:07: Ja, wir haben uns fünfzehtausend Euro zusammengeliehen von Oma, Opa, Family & Friends.

00:07:13: Der Braumeister hat seine Rolex verkauft, sein Mercedes und seinen Sack zu fohren.

00:07:17: Und dann war es eigentlich fürs erste Jahr gesichert.

00:07:20: Mit einem großen Erfolg rechnen sie nicht?

00:07:22: Die

00:07:22: ersten Jahre haben wir gesagt machen unser eigenes Ding, machen ein bisschen Bier und werden glücklich.

00:07:25: wenn das nicht verkaufen trinken wir selber.

00:07:28: Kannst

00:07:28: du noch als erstes Bier erinnern dass ihr gebraut habt?

00:07:30: Ja ich glaube das haben muss man wegschütten tatsächlich!

00:07:33: Denn Bierbrauen ist gar nicht so einfach.

00:07:35: Die Anfangsbiere waren natürlich von Schwankungen noch.

00:07:46: Das ist für Marx und seinem Braumeister okay.

00:07:49: Sie wollen keine Perfektion, sondern ein Bier das Anlass

00:07:58: schmeckt.".

00:08:06: Und jetzt hat er alle eingeladen, erzählt es bitte weiter.

00:08:10: Kiste damals, Preis, tanzen mal nur fünf, sechzehn Euro

00:08:14: Bügelverschlussflasche.".

00:08:16: Bald spricht sich in Giesing rum das in dem Hinterhof eine etwas andere Brauerei zu Hause ist.

00:08:22: Das Giesinger wird kult In Giesingen und bald auch im München.

00:08:28: Das liegt auch an der Person Steffen Marx.

00:08:30: Er mischt sich unter die Leute geht in Gummistiefeln von Straßenfest zu Straßenfest.

00:08:34: Früher

00:08:34: haben wir vom Lupo einfach das Dach abgeschnitten, die Türen zammengeschweißt und sind dann halt damit liefern gefahren, solche Geschichten.

00:08:41: Ja, weiß nicht.

00:08:43: Hoffentlich ist es verjährt,

00:08:45: wenn es jetzt einer hört!

00:08:47: Giesinger hat ständig Ärger mit dem Ordnungsamt weil eine Genehmigung zur Lebensmittelherstellung fehlt Mit dem Kaminkehrer wegen der offenen Subpfanne Und mit Hackabschor.

00:08:57: Eine der sechs großen Brauereien in der Stadt Giesinger hat sein Bier damals nämlich einfach in die Bügelverschlussflaschen von Hackabschor abgefüllt.

00:09:05: Sie hätten kein Geld für eigene Flaschen.

00:09:07: Hier erzählt Stefan Marx, die Anekdote im Podcast Gin and Talk.

00:09:10: Dann irgendwann hat es dann der Hackerspitze bekommen und er hat uns eingeladen mit seinem Hauptjustizjahr.

00:09:18: Er hatte eine fette Akte über uns dabei und bat uns tatsächlich in einer Sexausungssprache das sofort zu unterlassen weil er das nicht toll findet.

00:09:32: Trotz des Erfolgs steht Giesinger in den ersten Jahren ständig vor dem Aus.

00:09:37: Das liegt vor allem an den Schulden, die Nachfrage ist zwar da aber an der Garage produzieren sie zu wenig Bier umzuwachsen und das Geld wieder reinzubringen.

00:09:45: Fünf Jahre nach der Gründung trifft sich das Team von Giesiner beim Steuerberater.

00:09:57: Ja, ich hatte damals keine Ausbildung und für mich gab es eigentlich keine andere Möglichkeit.

00:10:19: Max weiß seine Brauerei wird null überleben wenn sie aus der Garage zieht in ein Werk wo man mehr und schneller Bier brauen kann.

00:10:27: aber dafür brauchen Sie erstmal wieder Geld.

00:10:29: Und dann war so dass die Reifeisenbank München Süd und die Münchner Bank uns zwei Angebote gemacht haben um uns für den nächsten Schritt zu finanzieren und damit war die Lunte wieder an

00:10:39: Aber Giesinger bekommt das Geld für das neue Werk nicht nur von der Bank sondern auch von ganz normalen Bier trinkern.

00:10:45: Über's Crowdfunding sammelt die Brauerei von über tausend Leuten mehr als siebenhunderttausend Euro ein, dabei werden die Geldgeber zu Anteilseignern und die Zinsen werden im Bier ausgezahlt.

00:10:57: In den letzten Jahren zieht Giesinger in das neue Werk am Giesinger Berg.

00:11:02: Aus der kleinsten Brauereimünchens ist eine echte Brauery geworden, die man inzwischen in ganz München trinkt – naja außer es ist Wiesen!

00:11:10: Da trinkt man seit dem Zweiten Weltkrieg nur sechs Biermarken.

00:11:13: Viele Leute denken an die Wiesen und sehen halt ihre großen Sechsbrauerei-Zelte, das ist für sie die Münchner Bierkultur.

00:11:21: Im Vergleich zu den sechs großen Brauereien ist Giesinger immer noch ein Zwerg.

00:11:26: Die großen Braueilen machen zusammen fast zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

00:11:30: Allein Paulana verkauft im Jahr weltweit ungefähr sechs Millionen Hektulitter Bier.

00:11:35: Giesinga verkauft sein Bier nur in München.

00:11:38: Sein neustes Werk hat einen Ausstoß von rund zehntausend Hektolittern im Jahr.

00:11:42: Das sind Nullkommar einsechs Prozent von einem der sechs Großen.

00:11:49: und trotzdem plant Steffen Marx das Unmögliche, Der Mann aus Mecklenburg-Vorpommern wird aufs Oktober fest als siebte Brauerei.

00:11:59: Also fährt er jetzt, mit seinem neuen Braumeister zu Theresienwiese.

00:12:02: Wir fahren mit dem Auto raus und sparten in der Hand und haben uns da hingekniert auf die Wiese.

00:12:07: Sie sind dafür den Spatenanstich ihres eigenen Wiesenzells gleich bei der Bavaria, wo auch das Käferzelt steht.

00:12:12: Und haben dann zäfig gemacht mit Spaten in der hand vor der Bawaria.

00:12:15: dass man die noch im Hintergrund hat?

00:12:16: Auf dem Foto trägt Marx natürlich auch seine Gummistiefel sein Markenzeichen.

00:12:20: Er hat acht Paar davon.

00:12:22: Wie Visualisten waren da

00:12:23: am Wiesen?

00:12:24: Weiß?

00:12:24: ich glaube hundertdreisig oder so?

00:12:27: Nein, vielleicht.

00:12:27: Da war überhaupt keiner

00:12:28: dabei.".

00:12:31: Aber das macht nichts!

00:12:32: Denn Steffen Marx hat vorgesorgt... Und die Münchner Presse beißt an – ist ja auch eine gute Schlagzeile.

00:12:48: Die kleinste Brauerei Münchens kriegt ein eigenes Zelt auf der Wiesen.

00:12:55: Es gibt da nur einen Haken.

00:12:57: Giesinger kriegt gar kein Zelt auf der Wiesen.

00:12:59: Aber das war ein Aprilscherz, ja?

00:13:00: Damals war es witzig und haben wir gesagt Mai, weil wir brauchen bisschen Presse...

00:13:04: Der Plan geht auf!

00:13:05: Ab jetzt stellt sich halb München die Frage.

00:13:08: Wann kommt Giesiger endlich auf die Wiesen?

00:13:10: Damal war's halt netter Scherz.

00:13:14: War das nur ein Scherzt?

00:13:16: Ja.

00:13:16: Eigentlich nicht aber zum Aprilschers konnten wir das eigentlich ganz gut verpacken.

00:13:21: Das Problem?

00:13:22: Einen eigenes Zelt zu bekommen ist fast so möglich.

00:13:25: Auf der Wiesen regiert nämlich der Bieradel, der einen zugezogenen wie Steffen Marx eher ungern in seinen Kreis aufnimmt.

00:13:32: Vor allem wenn er ein tätowierter Ossi ist!

00:13:39: Wir sind im Armbruss Schützenzelt.

00:13:41: Dort sind wir verabredet mit Peter Inselkammer, einem der wichtigsten Wiesenwürte.

00:13:46: Er gehört zu einer der reisten Brauerei-Dynastien der Stadt.

00:13:50: Ihnen gehört die Brauerei Eyinger südlich von München, Wirtshäuser und Zickimmobilien in der Stadt.

00:13:56: Ach ja Die Augustiner Brauerei gehört ihnen auch zu mehr als dreißig Prozent.

00:14:00: Eine der sechs großen Münchner Brauereien Gestatten Peter Inselkammer.

00:14:17: Peter Insellkammer wirkt etwas genervt, er musste zehn Minuten auf uns warten aber er ist profi genug den Ärger schnell runterzuschlucken.

00:14:24: Er setzt sein Breites ins Lächeln auf.

00:14:27: Inselkammer trägt eine braune Hirschlederhose, ein weißes Hemd mit Stegkragen, darüber eine graue Trachtenweste mit grünen Verzierungen.

00:14:34: Er melscht ein Zelt mit vierhundert Mitarbeitern in das siebentausend fünfhundert Menschenpassen.

00:14:39: Ja, ist schon bisschen hier reich hier oder?

00:14:40: Das ist

00:14:41: ja natürlich,

00:14:42: das ist quasi

00:14:43: siebzehn Tage jetzt meine Heimat!

00:14:46: Jagdgrüne Fahne entziehen die Decke Die Garnituren sind aus dunklem Holz An den Wänden hängen riesige Wildschweine und Hirschköpfe.

00:14:53: Es ist auch immer etwas gewachsen.

00:14:55: Die Gründung geht ja zurück auf

00:14:56: unsere armo-schützengilde Winzera Fendl,

00:14:58: die bei uns auch ein Skistand haben.

00:15:00: Das gab es früher.

00:15:00: auf der Wiesner hat man

00:15:01: auf so einen dreißigmeter hohen

00:15:03: Vogelbaum geschossen mit

00:15:05: einer starken Abrost und hat versucht, die Holsteile des Adlers abzuschießen.

00:15:10: Und wer die schwersten Stücke abgeschossen hat war der Schützenkönig.

00:15:13: Aber ganz kurz sind Sie auch Schütze?

00:15:15: Ja natürlich freilich!

00:15:16: Ich schieße auch mit dem Arbonus da auf den Vogelbau.

00:15:18: Ich war auch schon Schützenmühling.

00:15:22: Wie sollte es auch anders sein?

00:15:24: Peter Inselnkammer ist nicht nur Wiesenwirt, sondern auch Schützenkönig.

00:15:27: Ja, ich kann schießen

00:15:29: ja!

00:15:31: Er geht zu seinem Schützenmeister Michi, der ihm die Armbrust reicht.

00:15:35: Er inspiziert sie und gibt sie an Michi zurück.

00:15:38: Der bereitet die Arm Brust vor.

00:15:40: Er spannt die Arm brust, holt den Bolzen.

00:15:43: dann übergibt er die Arm BRUST wieder an seinen Chef.

00:15:46: Ja, beide.

00:15:51: Ich auch!

00:15:52: Alles in gespürt, genau.

00:16:02: So jetzt hier ist es zehn Meter weit weg.

00:16:05: Man muss versuchen ruhig

00:16:06: zu stehen und festfahren.

00:16:08: Und dann muss man

00:16:09: ruhig atmen und treffen.

00:16:11: Inselkammer visiert die Zielscheibe an mal gespannt... ...und drückt ab.

00:16:18: Volltreffer.

00:16:26: Inselkammer holt sich zur Sicherheit die Bestätigung seines Schützenmeisters.

00:16:31: Er zeigt auf das kleine Loch in der Mitte des Skischeibe.

00:16:39: Nach diesem Triumph gehen wir wieder an die Festhalle.

00:16:41: Wir müssen mit Inselkamer noch über eine Sache sprechen, über die er nicht so gerne redet wie übers Schießen.

00:16:47: Das Geschäft Die Frage

00:16:53: Das Geld bei mir

00:16:55: war unter die Kategorie Betriebsgeheimnis.

00:16:57: Ach wirklich?

00:16:58: Ja, tatsächlich

00:16:59: ja.

00:16:59: Wahrscheinlich genauso wie viel verdient ein Peter Inselkammer auf der Wiesn.

00:17:02: Ja das weiß ich schon!

00:17:03: Das wissen Sie, aber es ankam... ... in

00:17:04: den Jahr im Jahr zum Jahr-Zwischen.

00:17:06: Für alle, die es verdrängt haben, das war das erste Corona-Jahr.

00:17:09: Da hast du die Wiesen ausgefallen.

00:17:12: Das ist doch so lange hier.

00:17:15: Also Ich sag mal so, das ist schon

00:17:17: ein großes Unternehmen,

00:17:18: das mir als ganze Jahr über Betreib und letzten Endes.

00:17:21: Wenn man viel Arbeit reinsteckt, auch

00:17:22: ein gewisses Risiko natürlich heuer mehr hat

00:17:24: dann sollte ja aber noch etwas übrig bleiben für denjenigen.

00:17:27: Das ist auch vernünftig!

00:17:28: Aber es ist nicht so exorbitant.

00:17:31: Zahlen will Inselkammer nicht nennen.

00:17:33: Als Wiesenwirt spricht man nicht übers Geld.

00:17:35: Als der ehemalige Wiesenwert vom Hypodrom Sepp Kratz-Mannkrammherz-Ausgleichen wegen Steuerhinterziehung vor Gericht stand, kam doch einmal eine Zahl ans Licht etwa drei Millionen Euro Gewinn, sondern mit seinem Zelt auf der Wiesen gemacht haben.

00:17:48: In zweieinhalb Wochen!

00:17:50: Obwohl die Familie Inselkammer zum Münchner Bieradel gehört wird ihr Bier Eyinger auf den Wiesen nicht ausgeschenkt.

00:17:57: Denn das wird fünfundzwanzig Kilometer außerhalb von München gebraut.

00:18:01: Auf der Wiese darf nur Bier aus München ausgeschanct werden.

00:18:04: Als Anteilseigner von Augustina mischt die Familie trotzdem auf dem Oktoberfest mit.

00:18:10: Die sechs großen Münchne Brauereien sind auf der wiesend zwar Konkurrenten Aber auch alle Mitglieder in einem Verein, der bestimmt wer Münchner Bier brauen darf und wer nicht.

00:18:20: Der Verein Münchener Brauereien Die Mitgliederzahl genau sechs

00:18:47: Das ist

00:18:54: Andreas Steinfahrt, der Chef dieses Vereins.

00:18:57: Und gleichzeitig Chef von Paulana und Hackabschor.

00:19:00: Das sind zwei von den sechs Brauereien die das Oktoberfest beherrschen.

00:19:04: Diese zwei Brauerei haben sich nämlich in den Sipskern zur Paulanabrauerei-Gruppe zusammengetan.

00:19:11: Hier hält SteinfahrT gerade die Eröffnungsrede zum Starkbieranstich im Paulana am Nockerberg.

00:19:25: Bayern wäre nicht Bayern, wenn sich nicht einmal im Jahr, im März die Politprominenz zum Starkbieranstich am Nockerberg versammelt.

00:19:32: Aber davor lässt Andreas Steinfahrt erst mal das Münchner Bier hochjubeln und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder

00:19:46: Ministerpräsidenten und seiner lieben Frau Karin, auf unsere herrliche bayerische Heimat und unsere geliebte Vaterstadt München.

00:19:57: Salve Pater Patrie!

00:19:58: Bibas Prinzeps Optime!

00:20:01: Prost

00:20:01: beinandts!".

00:20:16: Ich treffe Andreas Steinfahrt ein paar Monate später am selben Ort im Hauptsitz von Paulana Amnockerberg.

00:20:22: Im Hof ist ein Brunnen aus Marmor mit einer Statue vom Gründer des Paula Ordens.

00:20:27: Wie bei vielen bayerischen Brauereien wurde das Paulaner Bier früher von München gebraut.

00:20:36: Der Verein Münchner Brauerei wacht darüber, wer Münchler Bier braun darf und wer nicht!

00:20:41: Und das seit über hundertfünfzig Jahren.

00:20:44: In München natürlich war schon immer eine Stadt mit sehr vielen Brauereien und früher gab es ja in einer Straße vier, fünf Brauereiene im Mittelalter und das hat sich dann konzentriert.

00:21:00: Um acht zu sechszig gibt es in München noch rund sechzig Brauerelnen.

00:21:04: Seit dem Zweiten Weltkrieg sind es nur noch sechs.

00:21:07: Aber schon damals – im neunzehnten Jahrhundert Bilden die Brauereien eine Art Bieradel mit viel Grundbesitz und Macht über die Wirtshäuser.

00:21:17: In dieser Zeit erlangt das Münchner Bier Weltraum, überall auf der Welt wird Bier im Münchener Brauart getrunken – und gebraut!

00:21:24: Und die Münchener Bierbarone fürchten um ihr Geschäft.

00:21:27: Irgendwann haben sich da mal unsere Vorgänger was überlegt und haben gesagt wir wollen natürlich dieses Münchne Bier in seiner Einzigartigkeit schützen

00:21:47: In der Stadt gebraut wird.

00:21:54: Und damit habe ich auch wie ein Parmesan oder was es sonst noch alles gibt, eben diesen Schutz.

00:22:01: Diesen geografischen Schutz und für uns ist es sicherlich von einem großen Wert das nicht jeder in der Welt einfach einen Münchner Bier machen kann.

00:22:11: Das wollen wir natürlich auch weiterhin gerne nutzen und natürlich auch

00:22:15: verteidigen.".

00:22:16: Heute ist exakt bestimmt, was ein Bier zum Münchener Bier macht!

00:22:20: Und er vor allem geht gegen jede Brauerei vor die diesen Schutz verletzt.

00:22:24: Und die wichtigste Zutat?

00:22:25: Das

00:22:26: ist das Wasser.

00:22:27: Genau,

00:22:28: also Münchner Wasser.

00:22:29: Das aus dem Terziere kommt genau.

00:22:31: Das Terzierwasser ist rund zehntausend Jahre alt.

00:22:34: Das ist ein ganz besonders gutes Wasser, das sich sehr gut zum Brauen eignet.

00:22:41: und dieses...

00:22:42: Denn das Terziervasser ist Wasser in seiner Reihenform.

00:22:46: Es ist gar nicht so leicht an dieses Wasser heranzukommen.

00:22:49: Dafür braucht man einen Tiefbrunnen.

00:22:51: Den haben in München nur Genau, die sechs großen Brauereien.

00:22:58: Was uns zurück zu Steffen Marx und seiner Giesinger-Brauerei führt?

00:23:02: Denn ohne Tiefbrunnen ist Giesinga zwar eine Brauerei mit Sitz in München, darf aber kein Münchner Bier herstellen... ...und sich deswegen auch nicht Mönchnerbrauerei nennen!

00:23:16: Warum wäre es ein Problem wenn man sich auf einmal jede Braueri im München Nennen

00:23:21: dürfte?

00:23:23: Ja, was heißt das ist an sich kein Problem.

00:23:25: Das ist einfach ein Wettbewerb den wir natürlich letztendlich auch ausschließen wollen ganz

00:23:31: klar.".

00:23:32: Der Verein Münchner Brauereien schützt sich gegen Konkurrenz von außen – auf dem Biermarkt und auch auf dem Oktoberfest!

00:23:39: Denn dort dürfen nur Münchener Brauereiien Bier auschenken also die großen sechs obwohl gerade die heute größtenteils zu Weltkonzernen gehören, die einen Sitz im Ausland haben.

00:23:53: Löwenbräu und Spaten zum Beispiel gehören inzwischen zu Anhäuser Busch-Inbev, der größten Brauereigruppe der Welt.

00:24:00: Die belgische Brauerei ist sowas wie das Coca Cola der Biere.

00:24:03: Über vierhundert Biermarken gehören zu ihrem Portfolio Budweiser Corona Stella Atoah Becks Und eben die Münchenerbrauereien Löwenbreu und Sparten.

00:24:18: Die Paulana Brauereigruppe ist ein Joint Venture der Sherkuba Unternehmensgruppe und Heineken, der holländischen Biermarke.

00:24:25: Die Sherkuber-Familie gehört zu den reichsten Familien Deutschlands.

00:24:28: Sie handelt nicht nur mit Bier sondern auch mit Immobilien.

00:24:31: Außerdem ist sie im Baugeschäft tätig und hat in München ganze Stadtviertel gebaut.

00:24:37: Bier und Boden – das gehört in Münchern einfach zusammen!

00:24:43: Seit dem Zweiten Weltkrieg hat keine Brauereien München ernsthaft gewagt, den Großen Sechs ihre Vorherstaff streitig zu machen.

00:24:50: Aber genau das hat Steffen Marks' Jahrzehnte vor.

00:24:54: Er will Giesinger zur siebten Münchner Brauerei machen und es somit einem eigenen Zelt auf die Wiesen schaffen.

00:25:02: Dafür braucht Marx jetzt einen Brunnen der tief bis ins Terzi erreicht – aber so ein Brunn kostet nämlich ungefähr eine Million Euro!

00:25:15: Allein durch Bankkredite würde Marx das Geld nicht zusammenbekommen.

00:25:19: Von Oktober bis Dezember, zwei Tausendneunzehnten sammelt Giesinger in der bislang aufwendigsten Crowdfunding-Kampagne der Brauerei über drei Komma fünf Millionen Euro ein.

00:25:29: Max kann seinen Tiefbrunnen bauen.

00:25:35: Auf geht's!

00:25:36: Schatz aus!

00:25:37: Einmal Rickschauffahren!

00:25:39: Chef!

00:25:41: Ich stehe mal wieder am Esperantoplatz beim Käferzelt.

00:25:44: Es ist eine Uhr früh.

00:25:46: Eine Frau im Mars geschneiderten Dirndl läuft auf mich zu.

00:25:49: Hi!

00:25:52: Wie viel seid ihr?

00:25:52: Zwei Personen.

00:25:54: Zwei Person, ich könnte für sechzig fahren.

00:25:56: Ja ok, was ist das?

00:25:57: Einig!

00:25:57: Sechzig Euro zum Modellungsplatz ist relativ günstig für die Uhrzeit aber ich will eh nach Hause und muss in dieselbe Richtung.

00:26:04: Sie und Ihr Mann steigen in die Räkscha Besser als der da vorne.

00:26:06: Was wollte er denn?

00:26:07: Neunzig!

00:26:07: Sechs oder vier sind sich billiger Aber ich wollte eine Räckscha fahren.

00:26:13: Sie erzählt ihm dass ein anderer Rägschafahrer neunzig Euro für die Fahrt wollte.

00:26:17: findet sie zu viel.

00:26:28: Sie überlegt, wieviel man als Rikschauffahrer beim Tarif von hundert Euro am Tag machen könnte?

00:26:33: Bei zehn Fahrten wären es tausend Euro aber ihr Mann glaubt nicht dass wir so viel Geld am Tag verdienen.

00:26:38: Wie viel ich da verdiene?

00:26:40: Ungefähr.

00:26:42: Wow, schwer zu sagen!

00:26:47: Und der Rikschaferang gibt es eine Regel.

00:26:49: Verrate nie wieviel du auf der Wiesen verdienst.

00:26:52: Er ist recht nicht dein Gästen.

00:26:54: Was hast denn ausgehauen Sie jetzt?

00:26:55: Der Mann fragt seine Frau nach dem Fahrpreis.

00:26:58: Sechzig.

00:27:00: So, jetzt aufhören

00:27:01: wir mal.

00:27:01: Ich geb da neunzig.

00:27:02: Das ist aber lieb.

00:27:04: Dankeschön.

00:27:04: Danke schön.

00:27:06: Es ist doch total fair.

00:27:08: Also gut

00:27:08: so... Ist das deine Arschgerät, oder was?

00:27:13: Ja, mein Junge, er hat Schussmann gefreut.

00:27:18: Er will mir die Neunzig aber nur geben, wenn ich seiner Frau erzähle wie hart mein Job ist.

00:27:23: Mach' ich natürlich gerne.

00:27:24: Ich finde das ist halt körperliche Arbeit und körperlicher Arbeit sollte auch gut bezahlt werden, was einfach ansteht.

00:27:31: Okay, vielen Dank!

00:27:34: Ich hätt meinen

00:27:37: Honig hin.

00:27:38: Ich nehme die Hundert Euro und gebe ihm zehn Euro zurück Denn auf sein Wechselgeld besteht mein großzügiger Wiesengast dann doch.

00:27:45: Vielen Dank, das ist gelb von dir!

00:27:48: An guten Tagen wird mir beim Rikschafahren das Geld nur so hinterhergeworfen Dann sammle ich die Besoffenen ein wie im Hünzen bei Mario Kart.

00:27:56: Aber diese Wiesen gibt es nur wenig gute Tage.

00:27:59: Das könnte natürlich auch daran liegen dass sich andauern zu irgendwelchen Interviews fahren muss.

00:28:04: aber auch die anderen Fahrer beschweren sich, dass sie oft stundenlang auf eine Fahrt warten müssen Vor allem unter den alteingesessenen Münchner Rikscha-Fahrern Rumort ist.

00:28:13: Und genau wie die Münchener Brauereien haben auch die Münchener Rikscharfahrer kein Interesse an zu viel Konkurrenz!

00:28:19: Hier ist ein Auszug aus einer vier Minuten langen Sprachnachricht von einem Münchler Rikscher Fahrer, wir haben sie nachsprechen lassen.

00:28:27: Alle die von Auswärtskommen kommen ja nicht nach München weil wir so eine geile hilfsbereite Community haben hier in München sondern das Geld ums Geldverdiener während der Wiesen.

00:28:37: Die Sprachnachricht ging dieses Jahr in der ersten Wiesenwoche an die fast hundert Mitglieder einer WhatsApp-Gruppe von Münchener Rikschafahrern raus.

00:28:45: Der Grund für die Nachricht des Kollegen, es gibt da ein paar Fahrer, die angeblich viel zu hohe Preise ansagen und viele Münchner Rikscharfahrer wissen auch wer diese Fahrer sind – die auswertigen Fahrer!

00:28:57: Ihr seid alle willkommen aber es gibt Regeln, die müssen wir alle eihäuten.

00:29:02: Und wenn diese Regeln nicht eichhäuten wären dann hat man bei uns nichts verloren und können morgen seine Sachen backen und aus unserer Stadt verschwinden.

00:29:10: Inzwischen hat sich nämlich rumgesprochen, dass man auf dem Oktoberfest ziemlich gutes Geld verdienen kann – also kommt zu Wiesen Fahrer aus ganz Europa hierher!

00:29:19: Und das sorgt nicht etwa für Dumpingpreise.

00:29:23: Laut den Münchnern versuchen viele auswertige Fahrer mit überteuerten Preisen kurzfristig Geld abzuschöpfen.

00:29:30: Diese Fahrer verlangen dann eben nicht nur um die Euro für die Fahrt zum Bahnhof, sondern auch Und das schadet dem Ruf aller Rikscha-Fahrer und langfristig auch den Geschäft.

00:29:42: Diesen Konflikt zwischen Münchnern und Zugereisten gibt es schon länger, aber dieses Mal haben sich die Münchler zusammengetan – sie drohen sogar damit feste Preise einzuführen!

00:29:54: Ich glaube, dass würde das Geschäft kaputt machen.

00:29:57: Rikscharfahren war immer Anarchie und die Kunst den richtigen Preis anzusagen oder anders gesagt Geld abzuschöpfen.

00:30:08: Mein erster Tag als Rikscha-Fahrer hatte ich im Juli, Zwei Monate vor der Wiesen.

00:30:15: An diesem Tag werde ich am Marienplatz von zwei Touris angesprochen.

00:30:18: Sie wollen eine Fahrt zum Hauptbahnhof.

00:30:20: Ich sag Ihnen den Preis, fünfzehn Euro.

00:30:24: Dabei kann ich ihn nicht mal in die Augen schauen.

00:30:26: Fünfzehn euro kommt mir viel zu hoch vor Und natürlich winken sie ab Zu teuer.

00:30:31: Aber der Fahrer neben mir ist ganz anderer Meinung.

00:30:35: Er schreibt mich an ob ich Spinne So billig zu fahren, dann mummelt er noch Scheißstudent.

00:30:44: In diesem Moment habe ich gleich drei Lektionen gelernt.

00:30:47: Erstens denkt nicht deine Rikscha-Kollegen sind deine Freunde die scheißen dich schon mal zusammen oder nehmen dir eine Fahrt weg wenn es ihnen gerade passt vor allem wenn du neu bist oder Student oder beides.

00:31:00: Zweitens Es kommt nicht auf den Preis an sondern auf dem Tonfall.

00:31:05: Wenn du dich für den Preis schämst hast du schon verloren.

00:31:09: Und die dritte und vielleicht wichtigste Lektion damals war, asozial ist man als Rickschauffahrer nicht wenn man zu viel verlangt sondern zu wenig.

00:31:17: Und Abzocken gehört zum Geschäft – zumindest während der Wiesen.

00:31:21: Meine erste Wiese war dann ein einziger Rausch.

00:31:25: Ich bin jede Nacht mit einem großen Bündel Scheinen nach Hause gefahren.

00:31:29: Jeden Tag ist der Geldberg größer geworden.

00:31:32: Aber bald habe ich gemerkt dass da noch mehr geht Wenn man lernt seine Gäste richtig einzuschätzen.

00:31:42: Wegen unseren Preisen gelten wir Rikscha-Fahrer auf der Wiesn schon immer als Abzocker.

00:31:48: Ich wohl gleich hier,

00:31:50: also sorry!

00:31:51: Ich bin aus

00:31:53: München.

00:31:57: Das

00:31:57: ist Turi Scheiße!

00:32:08: Und trotzdem haben wir Rickscha Fahrer auf die Wiesnen ziemlich viele Fans Touris und Münchner.

00:32:33: Denn eine Fahrt mit mir ist ein bisschen wie wilde Maus fahren.

00:32:45: Meine Rikscha leuchtet grell, es läuft laute Musik die fahre slalom um die besoffenen Herungen Und ich ignoriere dabei jede Verkehrsregel.

00:33:01: Ich bin mehr als nur ein Taxiservice, sondern das einzige Fahrgeschäft, das außerhalb der Wiesen fährt.

00:33:07: Und deswegen gibt es immer Besoffene die bei mir einsteigen, egal wie hoch der Preis ist und auf die lohnt es sich zu warten.

00:33:15: Denn Geld macht man nicht mit vielen Fahrten, sondern mit den richtigen!

00:33:26: Sondern zu wenig.

00:33:29: Denn die Leute zahlen es doch eh!

00:33:44: Es ist Juni, zwei Tausend Zwanzig.

00:33:47: Steffen Mark strackt aus seinem grünen gelben Smart-Aus.

00:33:50: An der Tür prangt das Logo von Giesinger.

00:33:52: Er ist aufgeregt – sehr aufgereght.

00:33:55: Hier spricht er in einer Kabel einst Doku von damals.

00:34:00: Ja ich hatte eine sehr unruhige Nacht Ich konnte kaum schlafen und musste jetzt auch kurz nochmal mich übergeben.

00:34:07: Sehr ungewohnt, normal haben wir alles im Griff aber heute spüre ich doch ein bisschen Nervosität.

00:34:14: Heute ist der Tag auf den er so lange hingearbeitet hat die Eröffnung der neuen Brauerei und die Grundsteinlegung des Tiefbruns mit dessen Hilfe sein Bier endlich Münchner Bier werden kann.

00:34:26: Für die Grundsteinlegung hat sich Marx extra in Schale geworfen.

00:34:30: Er trägt ein weißes Hemd darüber eine graue Trachtenweste Und dazu natürlich seine Gummistiefe.

00:34:37: Neben ihm steht der Oberbürgermeister Dieter Reiter.

00:34:40: Über vierzig Scheuerlisten sind da, sie filmen wie die Bierflaschen über die Bänder der Abfüllanlage Kurven.

00:34:47: Steffen Marx nimmt sich eine Flasche.

00:34:49: auf dem Etikett steht Erstabfüllung

00:34:51: und hier kommt die erste Flasch vom Band Die erste flasche Giesinger Hell Hier

00:34:59: aus dem Laden.

00:35:00: Max öffnet die Flashe mit einem Flaschenöffner der in seinem Schlüsselbund hängt

00:35:04: Und dann gibt es gar keine Kompromisse

00:35:06: zum Wohl.

00:35:07: Er nimmt einen kräftigen Schluck vom Bier und lächelt stolz in die Kameras.

00:35:11: Ja, toll!

00:35:13: Ich fühl mich sehr gut.

00:35:14: Steffen Marx hat es geschafft...

00:35:17: Also ich will jetzt nicht sagen dass ich in den Geschichtsbüchern eingehe ja was ich aber bestimmt schon getan habe mit kleiner Brauerei als Münchner Brauerei zu werden.

00:35:23: Ich finde es jeden Tag schön aufzustehen zur Arbeit zu gehen und so sagen hey pass auf ich bin ein Münchler Braueri ich mache als Münchener Bier für Müncher Leute.

00:35:36: Das ist das, was mich antreibt.

00:35:37: Halb München fragt sich jetzt wann G-Singer endlich auf die Wiesen kommt?

00:35:42: Das Münchner Bier haben sie ja jetzt!

00:35:47: Aber klar ihr habt es erraten... ...ist natürlich nicht so einfach.

00:35:50: Es gibt nämlich noch eine zweite Bedingung um auf die wiesent zu kommen.

00:35:54: Hier kommt auch mal Vereinschef Andreas Steinfahrt Denn auf die wissen dürfen nur

00:35:59: Die mündener Traditionsbrauereien.

00:36:01: oder ich weiß in der Zulassung auf dem Oktoberfest heißt die leistungsfähigen mündertraditionsbrauen.

00:36:06: Es reicht nicht, Münchner Brauerei zu sein.

00:36:08: Man muss auch eine Traditionsbrauerei sein!

00:36:12: In Paragraf einundfünfzig der Betriebsvorschriften für das Oktoberfest ist sogar aufgelistet wer diese Traditions-Brauereien in München sind.

00:36:20: Paulana, Hofbräu, Löwenbräue, Spaten, Augustiner und Hackabschirr Also genau die sechs Mitglieder vom Verein Münchener Brauerein Und die haben wirklich schon ein paar Jahre auf dem Buckel.

00:36:34: Augustina ist fast siebenhundert Jahre alt Hackabchore über sechshundert Jahre.

00:36:39: Ja, Traditionen!

00:36:41: Sie können es zusammenrechnen.

00:36:42: Wir reden hier über ein paar tausend Jahre Brautradition die die Sechs-Münterbrauereien vereinen.

00:36:49: Und Giesinger?

00:36:50: Steinfahrt findet respektabel was sie Brauerei auf die Beine gestellt hat.

00:36:54: Ja Respekt also machen sich gut Die Jungs von Giersinger

00:36:58: Sind halt nur ein bisschen jung für eine Traditionsbrauerei Die Jungs.

00:37:02: Mit der Tradition, da muss er noch ein bisschen weiter werden.

00:37:04: Da hat er noch etwas zu tun.

00:37:06: Würd ich mal eher etwas selbstbewusst sagen?

00:37:09: Aber ich sage einmal, siebenhundert Jahre, sechshundert Jahr, vierhundert Jahren ist etwas anders als wir diese jetzt knapp zwanzig, glaube ich.

00:37:19: Ja,

00:37:19: also...

00:37:20: Ja!

00:37:22: Aber Marx wäre nicht Marx wenn er jetzt aufgeben würde.

00:37:28: Sechs-hundert Jahre Tradition kann er sich nicht irgendwo herholen.

00:37:31: Da helfen weder Geld noch Crowdfunding, aber er könnte dem Traditionsverein beitreten!

00:37:37: Als Mitglied beim Verein Münchner Brauereien würden seine Chancen bestimmt steigen.

00:37:42: Aber klar auch das?

00:37:44: Nicht so einfach.

00:37:57: Auch

00:37:58: in den Vereinen dürfen nur Brauereien, die ein gewisses Alter erreicht haben.

00:38:02: Und trotzdem stehen Marx und der Verein seit Jahrzehnte in Verhandlungen.

00:38:07: Giesinger ist inzwischen zu groß um ignoriert zu werden.

00:38:12: ist offen seine Aufnahmekriterien zu ändern und den Bierrevolution Marx in seinen Kreis aufzunehmen, aber nur wenn er quasi aus der Opposition in die Regierung wechselt.

00:38:22: Wir sind im Dialog wir reden miteinander und es geht um Rechte und Pflichten.

00:38:27: und das ist halt auch ein finanzieller Aufwand damit verbunden.

00:38:34: also nicht nur Rosinenpicken sondern auch

00:38:39: Also einen sechsstelligen Vereinsbeitrag zahlen, am Bezirkstreffen teilnehmen.

00:38:43: Das Münchner Bier in der Welt verteidigen.

00:38:45: Was man als große Münchler Brauerei halt so macht.

00:38:48: Ich glaube das muss er sicher gut überlegen und sagen ja ich möchte es.

00:38:52: Ich bin dann aber auch nicht mehr in der Opposition sondern ist jetzt drin im Boot und rudere mit.

00:38:59: Stefan Marx ist kurz davor einen Kreis der mächtigen aufgenommen zu werden.

00:39:07: Aber was würde das mit Giesinger machen?

00:39:09: und was mit München?

00:39:11: Inzwischen stehen längst andere, noch kleinere Brauereien in den Startlöchern.

00:39:15: Die für sich in Anspruch nehmen die wahren Münchnerbrauerein zu sein.

00:39:18: Weil sie zwar keinen Tiefbrunnen haben dafür aber ganz viel Liebe zum Bier gibt es bald nach der siebten auch eine achte eine neunte eine zehnte Münchne Brauerei droht in München eine Bierrevolution.

00:39:40: Es ist Dezember, zwei-tausend-zweiundzwanzig.

00:39:44: Wir treffen Steffen Marx im Gasthaus seiner neuen Brauerei.

00:39:47: Sie steht in Milbertshofen, im Münchner Norden.

00:39:51: Trotzdem steht draußen am Eingang ein gelbes Giesinger Ortsschild.

00:40:04: Beim Interview will Marx nicht über die Wiesen reden und über den Stand der Verhandlungen mit dem Verein auch nicht.

00:40:10: Aber hast du nicht das Gefühl, es gibt so ein Biermonopol in München und ihr kommt da nicht rein?

00:40:15: Nö.

00:40:16: Also ja hab ich mal gedacht aber wenn man sich damit beschäftigt dann ist es wie gesagt witzachlich analysiert was die anderen wollen, was wir wollen und gucken mal ob wir da gemeinsam hinkommen.

00:40:26: Warum bist du eigentlich jetzt so ein Diplomat geworden?

00:40:30: Also es ist schon, die zwei Moderatoren hier trinken Bier und ich nicht.

00:40:35: Vielleicht liegt das ein bisschen daran...

00:40:38: Ausgeschnitten!

00:40:42: Sehr gut, er hoffen

00:40:43: kann.

00:40:44: Ich muss halt, weil wenn's mehrere Möglichkeiten gibt und dann haut man halt einen raus, dann verbauten sie eine Möglichkeit, die im Nachhinein vielleicht doch ganz cool wäre.

00:40:52: Steffen

00:40:53: Marx muss neuerdings aufpassen was er sagt und sich entscheiden steckt er auf oder bleibt in der Opposition?

00:40:59: Ja, man muss A und B mal abwiegen.

00:41:03: Was haben wir für Kosten?

00:41:04: Was haben weh für Erdrehe?

00:41:05: Was sind die Chancen?

00:41:06: Passt es unter Strategie rein oder wollen die Leute überhaupt das wir auf die Wiesen wollen?

00:41:12: Oder sind wir der kleine Revolutzer da immer irgendwie guckt mit den großen rumzustenken in

00:41:17: Anführungsstrichen?".

00:41:19: Es sieht so aus als ob sich Stefan Marx bereits entschieden hat – und die meisten Teilhaber von Giesinger auch!

00:41:25: Laut einem Artikel des SZ-Magazins von zwei Tausend Zweiundzwanzig hoffen viele Anteilseigner, dass der Verein Giesinger als siebte Brauerei aufnimmt.

00:41:34: Und danach die Tür für andere Brauereien wieder zusperrt und am besten auch nach den Schlüssel wegwirft.

00:41:40: Am Ende unseres Interviews im Dezember letzten Jahres redet Stefan Marx dann doch über die Wiesen.

00:41:45: Es wird sich nicht vermeiden lassen.

00:41:46: das Giesingebräu München wird es irgendwann auf der Oktoberfest geben.

00:41:51: Es wird dich nicht vermeint lassen.

00:41:52: Das macht sich da so optimistisch.

00:41:54: Mein Optimismus

00:41:55: Für ein kleines Zelt auf der Wiesen ist Giesinger inzwischen zu groß.

00:41:59: Aber für ein großes Zelt, ist Gießinger noch nicht bereit.

00:42:02: Die anderen haben da einfach hunderte Jahre Generationen-Erfahrung voraus und da sind wir jetzt nicht an einem Punkt angelangt wo ich sage, wir müssen unbedingt auf die Wiesen gehen.

00:42:14: Steffen Marx ist bereit, noch ein paar Jahre zu warten bis die Brauerei noch größer wird – und bereit es für den Ritterschlag!

00:42:22: Ein eigenes Zelt Als eine von sieben großen Münchner Brauereien.

00:42:43: Eine Amerikanerin steht vor mir, sie ist blond, anfängt reißig und trägt ein pinkes Dirndl.

00:42:48: Sie will zum Hotel vier Jahreszeiten Kempinski in der Maximilienstraße eines der teuersten Hotels der Stadt.

00:42:55: Bevor ich einen Preis sagen kann setzt die sich schon mit meiner Rikscha Und fängt an zu telefonieren.

00:43:00: also fahre ich einfach los.

00:43:02: Ich habe genug Zeit mehr guten preis zu überlegen.

00:43:09: Sie sagt am Telefon, dass sie nur bei mir eingestiegen ist weil ich Kreditkarten annehme.

00:43:13: Ich weiß nicht wie sie darauf kommt.

00:43:14: Vielleicht wegen der Mastercard-Werbung an meiner Rikscha?

00:43:18: Nach ein paar Minuten legt sie wieder auf!

00:43:32: Und jetzt nur noch zu ihren Freunden ins Hotel möchte... Dann klingelt wieder ihr Handy Hallo?

00:43:39: Ein paar Minuten später sind wir in der Maximilienstraße.

00:43:42: Wir fahren an den Luxusleben vorbei, Amani, Gucci, Deutsche und Gabbana.

00:43:48: Hier ist auch das vier Jahreszeiten.

00:43:53: Ich parke vor dem Hotel-Eingang.

00:43:55: Dort warten eine Frau und ein Mann auf im Hotel.

00:44:00: Sie fragt mich nach dem Preis.

00:44:02: ich überlege Luxushotel, Luxus Dirndl.

00:44:06: da kann man schon mal sechzig Euro verlangen.

00:44:08: Aber jetzt ist Nachmittags.

00:44:11: Sie nickt, misst – ich hätte mehr verlangen können!

00:44:16: Sie fragt ob ich Kreditkarten nehme?

00:44:19: Tue ich nicht... Ich sag ihr dass wir darüber nicht gesprochen haben… Haben wir wirklich nicht.

00:44:26: Aber sie hat das anders in Erinnerung.

00:44:30: Ihre Freundin klingt sich ein und sagt dem Mann neben ihr, dass er fünfzig Euro holen soll.

00:44:36: Der Mann baut sich vor mir auf und fragt mich noch mal, wie viel Geld ich will.

00:44:39: Er ist einen Kopf größer als ich.

00:44:49: Er findet fünfzig Euro viel zuviel.

00:44:51: Die Taxifahr zum Hotel hätte nur sechzehn Euro gekostet.

00:44:56: Kann ich doch nicht machen.

00:44:57: drei Mal so viel wie ein Taxi?

00:44:59: Kann ich doch.

00:45:02: Ich versuche ihm zu erklären, dass die Fahrt hierher ja viel länger dauert.

00:45:07: Er will mir nur dreißig Euro geben Aber ich bleib hart!

00:45:13: Er fragt aber die Polizei rufen soll... ...aber ich lass mich nicht einschüchtern.

00:45:29: Der Mann hält mich für einen Abzocker.

00:45:38: Er sagt mir, dass die vorhin schon mit der Rikscha gefahren sind... ...für thirty-fünf Euro.

00:45:46: Aber ich bleibe hart!

00:45:49: ist der Preis.

00:45:55: Und außerdem, es ist Oktoberfest!

00:45:59: Mit dem Oktober-Festargument habe ich die Frau tatsächlich überzeugt.

00:46:02: Sie gibt mir dir fünfzig Euro.

00:46:04: Endlich Ich steige auf die Rikscha.

00:46:10: Das war hart verdientes Geld.

00:46:13: Aber ich hab auch daraus gelernt.

00:46:15: Das nächste Mal verlang' ich nicht mehr fünfzig

00:46:17: euro

00:46:18: Sondern sechzig.

00:46:31: Nächstes Mal bei das Lederhosen-Kartel.

00:46:36: Da ist Deutsch,

00:46:38: Land und da ist Bayern.

00:46:40: Bayern ist besser!

00:46:42: Das zuerst nicht, wo ist Baratisa so?

00:46:43: Jetzt bin ich

00:46:44: nicht mehr weit weg davon.

00:46:45: It just

00:46:46: felt like you were part of something really special.

00:46:48: Mit unserem Arsch aus, nur an mir immer machen wir auch ein vernünftiges Bayerisches.

00:46:56: Ich trinke hier eine ganze Arschlechte... Anzeige es raus!

00:47:01: Anzeig uns raus!

00:47:02: Das ist wie ein Lied.

00:47:03: Kennst du die Schmetterlinie im Bauch?

00:47:04: Tausend Schmetters.

00:47:06: Nicht tausend Moskik,

00:47:07: da sind Schmettern hin.

00:47:23: Das Lederhosen-Kartel ist eine Studio-Bummensproduktion.

00:47:26: Autor und Host bin ich Alexander Guetzfeldt.

00:47:30: Mein Co-Autor ist Simon Garshammer.

00:47:33: Unser Executive Editor ist Tobias Baukarge.

00:47:37: Fact Checking und Recherche Leonhard Pleser.

00:47:41: Schnitt und Sounddesign Chris Carles und Leon Watterkamp.

00:47:47: Originalmusik Hans-Ger Gutsfeldt, Chris Carless und Leon Warterkamp.

00:47:52: Drums Julian Lange.

00:47:55: Marketing Hannah Marahil und Anja Keuml.

00:47:59: Coverart Matteo Siegolo.

00:48:03: Unsere Executive Producer sind Tobias Baukarge und Jon Hanschen.

00:48:07: Ein besonderer Dank an Leander Kirchpfanning Christian Pfeiffer Patrick Bauer Til Krause und Fight Ebers.

00:48:15: Und an alle, die für diesen Podcast mit uns gesprochen haben!

00:48:18: Wenn es euch gefallen hat freuen wir uns wenn ihr diesem Podcast abonniert und ihn weiter empfehlt.

00:48:24: Neue Episoden gibt's immer Sonntags.

00:48:26: Bis zum nächsten Mal.

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