06 - Heimat
Shownotes
Studio Bummens präsentiert: "Das Lederhosen Kartell" - der Podcast über das Oktoberfest…
Episode 6: Heimat
In dieser Folge geht es um die, die das Oktoberfest am Laufen halten. Und die trotzdem meistens unsichtbar bleiben. Es geht um Nermin, der sich vom Spüler zum technischen Leiter des Löwenbräu-Zelts hocharbeitet, um Kateta, der als schwarzer Kellner immer wieder Diskriminierung erfährt und um Janosch, dessen Vorfahren als Schausteller seit Generationen auf der Wiesn arbeiten. Und die als Sinti trotzdem nie als Teil des Oktoberfests akzeptiert wurden.
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00:00:00: Servus, das ist die sechste Folge von Das Lederhosenkartell.
00:00:05: Neue Episoden gibt es immer Sonntags um elf Uhr – überall wo's Podcasts gibt!
00:00:11: Und jetzt geht´s los.
00:00:29: Am achtundzwanzigsten September, achtenhundertzehn hatte Münchener Lohn-Kutscher Franz Baumgartner eine Idee.
00:00:36: Er schlägt seinem vorgesetzten Vor für die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig von Bayern mit der Prinzessin Theresa ein Pferderen zu veranstalten.
00:00:45: Das Pferderennen findet am siebzehnten Oktober, tenzehn von fünfzigtausend Zuschauern auf einem großen Feld statt.
00:00:53: Der späteren Theresienwiese.
00:00:55: Das Besondere?
00:00:57: Jeder darf zuschauen!
00:00:58: Egal welchen Stand er oder Sie angehört.
00:01:01: Das hat es so noch nie gegeben.
00:01:05: Ganz München versammelt sich um das neu gegründete Königreich Bayern zu feiern.
00:01:09: Das Oktoberfest ist geboren.
00:01:12: Das größte deutsche Volksfest.
00:01:15: Über zweihundert Jahre später wurden die Pferde längst im Bier, Zelte und Fahrgeschäfte umgetauscht.
00:01:20: Und auf das Königreich trinkt heute auch keiner mehr... ...und trotzdem lebt die Wiesen heute von denselben Mythos wie damals.
00:01:28: Dieser Mythos erzählt von einem seltsamen Land namens Bayern!
00:01:32: Und dieses Bayern trinkT beer, trägt Tracht, hört Blasmusik und wird von Wirten- und Bierbaronen regiert, die Peter Inselkammer heißen oder Christian Schottenhammel.
00:01:53: Aber was, wenn dieser Mythos eben nichts weiter ist als ein Mythos?
00:01:57: Denn die Geschichte der Wiesen könnte man auch ganz anders erzählen.
00:02:01: Und als Rikschauffahrer ist es meine Pflicht genau das zu tun!
00:02:05: Schließlich bin ich der einzig rechtmäßige Nachfahre von Franz Baumgartner dem Lohnkutscher und Ideengeber des Oktoberfestes.
00:02:16: Für diese Folge nehme mich meine weiß-blaue Brille ab... ...und erzähle vier Geschichten vom Oktober feste, die zwar auch von Bayern handeln Aber die Hauptdarsteller heißen nicht Ludwig, Therese, Franz oder Alois.
00:02:30: Sondern Katheter – Nermin, Manuela und Janosch.
00:02:35: Es geht um die, die das Oktoberfest am Laufen halten Und ihr trotzdem meistens unsichtbar bleiben Auch weil manche von ihnen Angst haben sonst ihre eigene Existenz aufs Spiel zu setzen.
00:02:50: Das ist das Lederhosenkartell.
00:02:53: Folge sechs Heimat Darf ich vorstellen?
00:03:27: Das ist Manuela.
00:03:29: Mein Tontechniker Leon und ich haben sie im Biergarten vom Löwenbreuzelt kennengelernt, und ihr versprochen sie nach der Wiesen nach Hause zu fahren.
00:03:37: Manuela ist vielleicht Anfang vierzig, hat orange gefärbte Haare Tattoos und trägt eine schwarze Lederjacke mit dem Logo der US Army.
00:03:47: Im Gesicht hat sie blaue Flecken.
00:03:49: Es sieht übel aus.
00:03:50: Ein Wiesn-Gast hat ihr im Zelt einen Maskruck ins Gesicht gestoßen, aus Versehen, sagt
00:03:55: sie."
00:04:01: Mit einer Infusion, oder was?
00:04:21: Mit der Infusion.
00:04:23: Und was hast du dann gesagt?
00:04:25: Ich mach die raus und dann sind sie rein!
00:04:28: Dann sind sie rausgemacht, ich geh jetzt raus... ...und die wollten mich ins CD schaffen in Luftbanklinien.
00:04:36: Seinein danke fast schon.
00:04:38: Aber es gab's nicht, dass eine gute Idee gewesen wäre weil das so ein
00:04:41: bisschen sauer ist.
00:04:43: Ja, man schläft halt
00:04:44: zu Hause auch einfach.
00:04:45: Das passt doch komplett nicht am Haar für so ein Scheiß.
00:04:49: Man kurz mal einer Schmal bekommen, echt?
00:04:51: Ach hoppala!
00:04:53: Und dann hast du gedacht, feier ich trotzdem weiter oder trinkt man jetzt weiter und dann hat der erst angefangen zu trinken.
00:04:57: Nein, ich hab dann das Trink angefangen.
00:05:00: Okay, warum?
00:05:02: Weil ich Bock hatte.
00:05:03: Ja, das ist ein Grund.
00:05:06: So als keine Trotzreaktion.
00:05:12: Nein... Nach diesem Vorfall hatte Manuela noch eine gute Zeit auf der Wiesn.
00:05:19: Sie ist sogar schießen gegangen, beim Stand eines Kursars ihres Mannes.
00:05:23: Der kommt nämlich aus einer Schaustellerfamilie.
00:05:51: Die Familie von Manuelas Mann besitzt auf der Wiesn mehrere Stände und Fahrgeschäfte.
00:05:56: Auch ihr Mann haben zwei Krebsstände und ein Karussell gehört, der Breakdance.
00:06:01: Aber der Break-Dance hat vorher meinen Mann gehört!
00:06:05: Und sein Vater ist gestorben... ...und ich roll jetzt nicht hin.
00:06:08: Ich weiß nicht, was mich sagt.
00:06:11: Und er hat den Breakdances hergestellt.
00:06:14: Auch die anderen Stände hat ihr Mann inzwischen verkauft.
00:06:17: Seitdem hilft Manuela nur noch ab und zu bei den Ständen der Familie ihres Mannes aus.
00:06:23: Die Familie zieht mit ihren Fahrgeschäften in Deutschland von Jahrmarkt zu Jahrmarkt.
00:06:27: Ist die Wiesn so das wichtigste Fest für viele Schausteller?
00:06:31: Äh, ja!
00:06:33: Und warum?
00:06:34: Was haben wir zum Geld gegeben?
00:06:35: Ja, blöde Frage hier... Wenn einer wissen sollte dass man auf der Wiese das Geschäft des Jahres macht dann ihr wohl ich.
00:06:46: Nach der Fahrt umarmt uns Manuela zum Abschied.
00:06:48: Das war jetzt gut, ja.
00:07:01: Nein, weil ich euch
00:07:03: echt schon wieder frischt!
00:07:04: Ich hab zwei Schnecken getroffen.
00:07:05: Ich hab drei Schnecke... Mich auch durch die Hose vorne leiden.
00:07:16: Ja, das passt fast.
00:07:27: Servus Christi
00:07:34: nehmen
00:07:34: Löhnenbrühe festzelt.
00:07:37: Bei mir an der Schenke Drei.
00:07:39: Der Container, wo die Auffangcontainer für Schmutzwasser.
00:07:43: Der läuft über, da läuft die Pumpe wahrscheinlich nicht.
00:07:47: Genau,
00:07:47: Schenke
00:07:48: drei!
00:07:49: Ja danke dir, tschau
00:07:50: Das ist Nermin Posterovic.
00:07:52: Nerming trägt kurze Lederhosen eine goldene Trachtenweste und darüber eine grau-grüne Funktionsjacke.
00:07:59: Er telefoniert gerade mit einem Handwerker Denn in der Schenketrei gibt es ein technisches Problem – das Abwasser läuft nicht mehr ab Aber der Handwercker lässt auf sich warten.
00:08:09: Also kniet sich Nermin selbst auf dem Boden und schaut sich die Pumpe
00:08:19: an.
00:08:22: Da muss
00:08:22: man oben auch alle Sicherungen
00:08:23: drüben.
00:08:26: Jetzt schafft es aus
00:08:27: Strom aus.
00:08:30: Und nach ein paar Minuten läuft die Pümpe wieder.
00:08:33: Sie pumpt jetzt.
00:08:35: Gut, weiter gehts!
00:08:37: Bis sie sehen funktioniert's.
00:08:38: Meistens funktioniert's.
00:08:39: Nermin ist der technische Leiter vom Löwenbräu-Zelt.
00:08:43: Im Zelt macht er das, was er am besten kann – Probleme lösen!
00:08:47: Egal mit welcher Herausforderung Nerming konfrontiert es, er schafft sie aus dem Weg.
00:08:52: Das war schon in nineteen-neunzig so als er vor sechsundzwanzig Jahren mit seiner deutschen Frau nach München gezogen ist.
00:08:58: Ich komme eigentlich aus ganz, ganz kleinen Dorf und auch aus ganz kleiner Gemeinde in Bosnien.
00:09:04: Ja ich bin Muslim ja aber ich bin jetzt nicht….
00:09:11: Als Nermin in seiner neuen Heimatstadt ankommt, ist das nicht gerade Liebe auf den ersten Blick.
00:09:33: Trotzdem will er sich in München ein neues Leben aufbauen
00:09:35: –
00:09:36: es hierzu was bringen!
00:09:38: Also bewirbte sich direkt nach der Ankunft um einen Job im Wirtshaus-Unionsbräu.
00:09:58: Mit denen meint Nermin Posterovic die wierte Familie Hagen, die auch ein Zelt auf der Wiesen betreibt – das Löwenbräuzzelt!
00:10:05: Damals habe ich auch den Herr Hagen gefragt, dass sich auf der Wiesnmaler arbeite.
00:10:11: Er hat gesagt ja selbstverständlich so hat es
00:10:14: angefangen.".
00:10:15: Am ersten Wiesentag betritt Nermin zum ersten Mal überhaupt ein Oktoberfestzelt.
00:10:21: Das sind halt Zelte, man spricht immer von den Zelten.
00:10:26: Mittlerweile da sind Paläste.
00:10:28: also das ist kein Zelt mehr sondern es ist wirklich ein Palast.
00:10:31: dass da so viele Käste auf einmal zum Essen und zum Trinken kommen war's mir auch neu also einfach überwältigend.
00:10:38: Also das war riesig!
00:10:53: Ungefähr vierhundertfünfzig Mitarbeiter sind dafür da, den Massenansturm zu bewältigen.
00:11:22: bis zum Küchenchef.
00:11:24: Sie haben einen Mann, der für Müll zuständig ist oder
00:11:27: zwei.".
00:11:27: Und dann gibt's noch ungefähr zweihundert Kellnerinnen und Kellner – ein riesiges Team also, dessen Job es ist das Maschinenrad am Laufen zu halten.
00:11:53: Nermin arbeitet in einem abgetrennten Bereich neben der Küche.
00:11:56: In einem Team von über dreißig Leuten.
00:11:59: Sie müssen zwölf Stunden lang stehen und Geschirr abwaschen, zweieinhalb Wochen lang So.
00:12:04: ein Zelt ist nämlich ein ziemlich hierarchischer Ort.
00:12:07: Ganz oben stehen hier die Wiesenwirte.
00:12:09: Dann kommen die Küchenchefs um Bedienungen, die vor allem Deutsche- und Österreicher sind.
00:12:14: Die Bedienung verdienen im Zelt auch mit Abstand am meisten außer den Wiesenwirt natürlich.
00:12:19: Fünfstellige Beträge sollen es bei erfahrenen Bedienungen sein.
00:12:23: Ungefähr die Hälfte davon machen sie mit dem Trinkgeld der Gäste.
00:12:26: Nermin gehört als Spüler zum Wiesenproletariat, er bleibt in der Küche für die Gästen unsichtbar genauso wie die Mitarbeiter im Ausschank und die Reinigungskräfte.
00:12:36: unter ihnen ist fast niemand Deutsch.
00:12:38: Da gab es auch einige, die aus ehemaligen Russavien kamen Einige aus Türkei, aus verschiedensten Ländern also von der Afrika Kontinent.
00:12:46: Man hört verschiedensten Wörter.
00:12:50: Und man spricht auch so ein Gemisch aus deiner Muttersprache und Deutsch, komm, geh mal heim und
00:12:58: sowas.".
00:12:58: Als Tellerwäscher ist es für Nermin fast unmöglich, aus der Küche rauszukommen im Zelt aufzusteigen.
00:13:05: Aber Nerming is nicht irgendein Spüler – er beobachtet genau!
00:13:17: Nach der Wiesn suchte das Gespräch mit dem damaligen Wirt vom Löwenbräu-Zelt Wiggert Hagen.
00:13:24: Ein Jahr später ist im Zelt auf einmal vieles anders.
00:13:28: Wir haben dann praktisch in den zweiten Jahren tatsächlich auch paar Sachen nach meinen Vorstellungen umgesetzt, ja?
00:13:35: In den Arbeitsabläufen, dann auf meinem Vorschlag sozusagen haben wir einen breiterem Tisch bekommen.
00:13:42: Wir haben eine Vorspülanlage bekommen.
00:13:44: Das war früher mit ganz normalen Handbrause, da haben wir eine professionelle Brause bekommen für Teller-Vorspülen.
00:13:51: Es sind Kleinigkeiten die letztendlich in der tägliche Arbeit sehr großen Einfluss
00:13:58: haben.".
00:13:58: Nermin hilft das Zelt auf Vordermann zu bringen – es bereitzumachen für den Besucheransturm in den Nullarjahren und auch die Leute, die er als Mitarbeiter empfiehlt beweisen sich.
00:14:08: Viele sind Freunde oder Kollegen von ihm.
00:14:11: Oft sind sie selber aus Bosnien.
00:14:13: Wiesenwirt Weckert Hagen erkennt, dass Nermins Potenzial als Tellerwäscher verschenkt ist.
00:14:18: Nermin sorgt ab jetzt dafür, dass der Betrieb im Zelt in den zweieinhalb Wochen nicht in Stocken gerät.
00:14:23: Dass da kaputte Boden repariert wird, das Handwerker gerufen werden und die Schlösser ausgetauscht werden.
00:14:30: Nerman arbeitet jetzt nicht mehr hinten in der Küche sondern ist dem Ganzen zählt unterwegs.
00:14:35: Er freundet sich sogar mit Kollegen außerhalb der Kücher.
00:14:38: Wir feiern zusammen, die Kollegen, die mit mir zusammenarbeiten.
00:14:43: Wir kennen uns privat wenn einer umzieht.
00:14:48: Wenn einer Geburtstagsfeiert sind wir fast alle dabei weil das ist Wiesen ist fünfte Jahreszeit.
00:14:57: also für mich ist das wirklich eine der schönsten Zeiten im Jahr diese zwei Wochen die wir draußen verbringen dass es wie eine große Familie.
00:15:08: Nach einigen Jahren ernannte ihn der Wirt des Löwenbräuzels zum technischen Leiter und zum Chef der Spülermannschaft.
00:15:15: Er leitet jetzt einen Team von fünfunddreißig Mitarbeitern, inzwischen läuft im Zelt nämlich nur noch wenig ohne Nermin.
00:15:23: Nach der Wiesen hatte mir ein Video vom achtzigsten Geburtstag von Vikard Hagen gezeigt dem Wirtes Löwenbreuzels.
00:15:29: Die Münchner Wiesenelite ist eingeladen, Wiesenwirte- und Brauereichefs Und mitten unter ihnen sitzt... Der ehemalige Tellerwäscher.
00:15:40: Er ist ein guter Freund der Wirtefamilie geworden.
00:15:43: Anders als viele Wiesenmitarbeiter, es nähert ihn heute nicht mehr vom Geld abhängig das er auf dem Oktoberfest verdient.
00:15:50: Er arbeitet heute nicht in der Gastronomie sondern für eine Versicherung aber für zweieinhalb Wochen im Jahr nimmt er sich frei um auf der Wiesn zu arbeiten.
00:15:59: Erstes Jahr denkst du näher für den ich Geld und dann wirst Du einfach mit diesem Virus einen Wiesen infiziert.
00:16:09: Also ich sag's Ihnen ganz ehrlich in diesen zwei Jahren, wo wir wegen Corona keinen Oktoberfest gehabt haben.
00:16:15: Wo die ersten Kastanien unten am Boden liegen.
00:16:18: Zumindest mir geht es so... dass mir einfach was gefehlt hat.
00:16:21: Und was haben Sie jetzt gefühlt?
00:16:23: Die letzte Wiesen also das erste Mal nach zweieramem Pause auch wieder ins Zelt rein?
00:16:27: Endlich zu Hause.
00:16:29: Wirklich!
00:16:30: Also wirklich das endlich Zuhause.
00:16:52: So jetzt erzählen
00:16:56: wir uns
00:16:58: ein bisschen über... Das ist Katheter.
00:17:06: Er arbeitet auf der Wiesn als Kellner im Festzelt-Traditionen, dem Zelt in dem auch die amerikanischen Trachtler ihren großen Auftritt hatten.
00:17:14: Er hat sich zusammen mit einer Freundin und einem Freund immer eine Riksche gesetzt – sie waren nach der Arbeit noch was trinken!
00:17:21: Er ist knapp zwei Meter groß und hat breite Schultern und dicke Oberarme.
00:17:27: Aber das ist nicht der einzige Grund, warum er als Kellner auf der Wiesn oft im Mittelpunkt steht.
00:17:32: Du bist ja selber ich bin Schwarz!
00:17:35: Ich habe
00:17:36: viele neue Freunde
00:17:37: gekält und kennengelernt.
00:17:39: Also viele freuen
00:17:40: sich sehr dass sie einen schwarzen Kellner haben.
00:17:44: Wir
00:17:45: kommen
00:17:45: zu mir jetzt hier am Abend nicht extra
00:17:47: und sagen
00:17:47: hey ich finde es so schön dass Sie mich sehen.
00:17:49: Ich verlang auch ein Foto
00:17:50: von mir,
00:17:50: weil ich einen sexy Popo hab.
00:17:54: In der Lederhose?
00:17:55: Ja, die merke du verstehst.
00:17:57: Meine super Popo
00:17:58: in der
00:18:00: Lede.
00:18:00: Ich mach keinen Spaß.
00:18:02: Und es sind
00:18:02: immer Omis,
00:18:03: gell!
00:18:03: Ach,
00:18:04: Omis?!
00:18:05: So gehen ihre Lippen an meine Backe und noch ... ihre Harte
00:18:10: beim Lied zu den Katschern.
00:18:12: Wird schon alli... bleibische
00:18:15: Omis Gefährlich?
00:18:16: Sehr gefährlich.
00:18:19: Aber wie
00:18:20: gesagt, findest
00:18:21: du das als Rastismus?
00:18:23: Nein,
00:18:23: aber die sind cute!
00:18:24: Die haben sich sehr mit mir freundschaftzuschließen.
00:18:27: Also du hast noch keine schlechten
00:18:29: Erfahrungen
00:18:30: gemacht.
00:18:30: Doch zwei.
00:18:31: Was waren die?
00:18:32: Das Ding war... Es war ein richtiger Urbayer und die war auch richtig geflasht.
00:18:37: erst mal mich zu sehen so eine Erscheinung, zwei Meter Auxel.
00:18:39: Er ist zu mir gekommen.
00:18:41: Okay, wir fangen ja schon bis an
00:18:44: und streichen mir über die Backe,
00:18:46: aber so tierchenmäßig.
00:18:48: Und was machst
00:18:49: du dann?
00:18:49: Ich bin die
00:18:50: die ganze Mal... Du hättest
00:18:52: mal eine Provokation immer getroffen,
00:18:53: ne?
00:18:53: Ja, ich hab mich schon
00:18:54: logisch provoziert weil jetzt kommt... Danach packt er mich schon bis zu aggressiver, packt der mich so zur Seite.
00:19:02: Okay und ich dachte mir so okay soll ich reagieren oder soll ich nicht reagieren?
00:19:06: Aber wenn ich ihn packe, zeige ich ihm mal welcher Stecker ist Weiß.
00:19:09: aber ich dachte wir sagen okay ich reagiere jetzt nicht drauf.
00:19:12: Ich glaube, war der vierte Tag.
00:19:14: Und es kommt nicht gut, wenn so ein schwarzer Kälter
00:19:17: uns gleich in den Hops nimmt.
00:19:19: Katheter macht also nichts!
00:19:21: Der Mann schaut ihn an und drückt ihm Erzotz in die Hand.
00:19:24: Was war da drin?
00:19:27: Einen Cent!
00:19:28: Ernsthaft?
00:19:29: Hat er dir gegeben oder was?
00:19:30: Ja ja, ist auch der hier, das schwarze Läger.
00:19:32: Oh, jetzt ist es blämig irgendwie.
00:19:35: Und was war das für eine zweite
00:19:36: Vorfahrt mit dem, was du dir schon erzählst?
00:19:39: Also hier ist ganz gut.
00:19:40: Der eine hat mich sehr provokativ
00:19:42: gefragt,
00:19:44: warum meine Handfläche
00:19:45: weiß ist.
00:19:46: Und wie fühlt sich das
00:19:47: an?
00:19:48: Als ich aufgewachsen bin gegen Menschen geboren, ist mir in meinem Asylern
00:19:52: groß geworden.
00:19:53: Kathétas Eltern sind aus dem Kongo nach Deutschland geflohen.
00:19:56: Ich habe so viele verschiedene Nationen kennengelernt.
00:19:59: Es war nie ein Problem für wo der Herr kommt.
00:20:02: Du bist älter und du merkst immer mehr bis anders.
00:20:06: Du merkst, du bist kein Mensch oder Deutscher.
00:20:09: Aber würdest
00:20:11: du sagen, dass auf der Wiese mehr Rassismus ist als
00:20:13: sonst in München?
00:20:15: In dem Zeit wo ich arbeite, ist eh ein bisschen ruhiger.
00:20:18: Und jeder freut sich mich zu sehen!
00:20:21: Weil
00:20:21: bei das Ding ist Milch hier schon bunt, muss man so sagen.
00:20:24: Da freut ich mich schon viel zu sehen.
00:20:27: Aber du weißt selber es gibt die Ur-Bayern und die Ur Bayer kommen auch zu mir ins Zelt.
00:20:33: Da gibt's Ur-Beyern, der Bimbo kann ja beigest.
00:20:58: Nach der Fahrt ist noch ein dritter Vorfall hinzugekommen.
00:21:02: Ein Gast hat vor Katheter den Arm zum Hitlergruß gehoben.
00:21:06: Manche Wiesengäste scheinen nicht damit klarzukommen, dass auf der Wiesen ein schwarzer Kellner in Lederhosen arbeitet.
00:21:12: Sie finden das er nichts zu diesem Fest gehört!
00:21:15: Sie wollen an Oktoberfestes.
00:21:17: bayerisch ist und weiß.
00:21:20: Für diese Leute habe ich eine Neuigkeit – die Wiesen waren auch nie weiß….
00:21:24: man muss nur etwas genauer hinschauen.
00:21:42: Herzlich willkommen im Teufelsrad, ein traditionelles Fahrgeschäft.
00:21:47: Im Teufelsrad kann man sich mit einem Haufen Leute auf eine drehende Scheibe stürzen.
00:21:51: Sieger ist, wer am längsten auf der Scheibe bleibt und wenn jemand was falsch macht zum Beispiel zu früh auf die Scheiben rennt gibt es Ärger mit dem Rekommandeur, einem graubärtigen und grantigen Münchner oder man wird gleich vom Publikum beschimpft.
00:22:11: Manchmal wird auch auf dem Teufelrad geboxt.
00:22:27: dann stehen sich zwei Kontrahenten in Boxhandschuhen gegenüber schlagen Luftlöcher und stäubern über ihre eigenen Beine.
00:23:08: Anfang der Sechziger gab es hier im Teufelsrad noch jeden Tag Schaukämpfe.
00:23:13: Und es gab einen Jungen, der konnte den Schlägen der besoffenen Gegner ganz besonders gut ausweichen.
00:23:27: Dieser Junge heißt Janosch Aktsch.
00:23:30: Er kriegt fürs Boxen fünf Mark von dem Betreibern des Teufelrats.
00:23:34: Heute – sechzig Jahre später Ist der Junge ein kleiner Mann mit grauem Schnauzer und einem gutmütigen Lächeln?
00:23:41: Ja, ich bin da Janosch.
00:23:43: Ich bin jetzt so bald siebzig Jahre alt.
00:23:47: Ich hab schon Sämpfliche Tiefen und habe Säpfliche Höhe
00:23:50: mitgemacht.".
00:23:51: Janoscht setzt auf der Couch seiner kleinen Wohnung in Leim.
00:23:55: An den Wänden hängen Fotos seine verstorbenen Frau – Der Fernseher läuft!
00:24:00: Janoschs hustet immer wieder stark.
00:24:02: Er ist schwer krank.
00:24:17: Umso wichtiger ist es Janusz seine Geschichte und die seiner Familie zu erzählen.
00:24:22: Diese Geschichte ist auch eine Geschichte der Wiesen, wie sie sich über die Jahre verändert hat – und was gleich geblieben ist!
00:24:29: Nämlich die Diskriminierung einer Gruppe, die schon immer zu diesem Fest gehört.
00:24:34: Ich bin ja reiner Sinti.
00:24:37: Es gibt auch Schausteller, da sind keine Sintie.
00:24:41: Das sind jenische, sagen wir, Reisende.
00:24:45: Das ist ein Schausterler.
00:24:47: Kommitianzen ... Wie man sagt, die Dynastien, die Alten haben mit Buden und der Toberwiesenhandi angefangen damals.
00:24:57: Janosch's Familie gehört zu den Sinty.
00:24:59: Sie sind seit Generation in Schausstelle und Artisten.
00:25:03: Schon Mitte des neunzehn Jahrhunderts sind sie durch Süddeutschland gezogen.
00:25:09: Sie haben sich die Wohnwagen früher aufgehalten, sie sind ja verfrühlt worden.
00:25:21: Die Grünerwänds gingen, schwarze Köpfens gingen und haben ihre Kinder... ...die Wäsche haben für die Sicherheit gebracht, die Lebensmittel haben für den Sicherheit gebracht.
00:25:29: Daher stammte der Name Zigeuner.
00:25:32: Wir waren noch nicht Zigeune, aber wir waren schon immer
00:25:34: Sinti.".
00:25:35: Als Sintie dürfen sie viele Berufe nicht ausüben und sich an vielen Orten nicht dauerhaft niederlassen.
00:25:41: Also ziehen sie als Schausteller von Volksfest zu Volksfest!
00:25:44: Und das größte Volksfest in Süddeutschland ist schon damals im Jahrhundert, das Oktoberfest.
00:25:58: Die
00:25:59: Wiesen sieht damals noch ganz anders aus als heute.
00:26:02: Statt großen Zelten gibt es kleine Bretterboden, in denen Bier getrunken wird.
00:26:07: In Andernholzbuden präsentieren Artisten und Schausteller ihre Attraktion.
00:26:12: Auch Janos vorfahren, besitzen eine Bude auf dem Oktoberfest.
00:26:38: Ende des neunzehnten Jahrhunderts nimmt die Wiesen langsam ihre heutige Form an.
00:26:42: Dank der Industrialisierung gibt es dort jetzt die ersten elektrisch betriebenden Riesenräder und Karusselles, Und Georg Lang, der sogenannte Krokodilwirt aus Nürnberg sorgt noch für eine andere Wiesenrevolution.
00:26:55: Er mietet fünf Wirtsbudenplätze auf einmal an und errichtet darauf das erste große Bierzelt mit sechstausend Plätzen.
00:27:02: Der Krokodilwirt lässt im Zelt eine dreißigmal starke Blaskapelle Trinkglieder zum Mitsingen spielen.
00:27:08: Eines der Trinklieder, die er damals zum ersten Mal auf der Wiesn spielen lässt ist ein Prosit der Gemütlichkeit.
00:27:18: In der Serie Oktoberfest, die im Jahr nineteenhundert spielt gibt es eine Szene.
00:27:27: animiert die Kapelle dazu das Lied lauter und schneller zu spielen, damit die Leute mehr Bier trinken.
00:27:32: In der Serie heißt er wird allerdings Kurt Prank nicht Georg Lang.
00:27:54: Nach dem Franken-Georg-Lang lassen auch die großen Münchner Brauereien Bierzälte errichten.
00:28:07: wird zum Bierfest.
00:28:21: Die Vorfahren von Janusz Akszsch können sich damals keine Karussells leisten und schon gar kein Bier zählt, und selbst wenn sie sich eines leisten könnten – für den Verkauf von Bier würden Sie als Sinti wahrscheinlich gar keine Konstitutionen bekommen.
00:28:34: Sie sind froh überhaupt auf dem Oktoberfest arbeiten zu dürfen.
00:28:38: Denn in Bayern tut man Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts alles dafür so wenig Sintis und Roma wie möglich im Land zu haben.
00:28:45: Sie werden kriminalisiert und vertrieben.
00:28:47: Die Polizei Bayern gründet eine eigene sogenannte Zigeuner-Zentrale, der Bayerische Landtag erlässt neunzehntzechstenzwanzig ein Gesetz zur Bekämpfung von Sinti und Roma.
00:28:57: Mit der Machtergreifungen der Nazis, nineteenhundertdreiund dreißig gelten Juden und so genannte Zigueuna als Fremdrassen.
00:29:04: Hunderte Wirte und Schaustelle auf dem Oktoberfest verlieren ihre Existenzgrundlage.
00:29:10: Juden dürfen auf der Wiesn nicht mehr arbeiten Und auch Sinti verlieren ihre Jobs, werden drangsaliert und in Lager verschleppt.
00:29:17: Besonders betroffen sind Schausteller und andere Reisende.
00:29:21: Ihre Berufe gelten jetzt als unproduktive und betrügerische Gewerbe.
00:29:25: Meine Eltern waren ja auch verfolgt worden.
00:29:28: Die waren ja schlimm verfolge gewesen und die ganze Rasse ist verfolgen worden.
00:29:32: Janos Mutter ist zu Beginn der Nazi-Zeit noch ein Teenager.
00:29:42: Zwei Nazis, und es war in Mannheim gewesen.
00:29:45: Die Täter sind zwei Nazis?
00:29:46: Und mein Vaterschädig und sein Boderschädiger ... die haben sich das hier ... Das haben wir als Hochdeutsche geregnet aufgetogen.
00:29:57: Aber es waren schlimme, schlimme Zeiten.
00:29:58: Ein Vater und die Mama haben sich gefühlt und ich gerecht und die sind halt danach abgehaut.
00:30:03: Da haben wir's mit der ganze Familie gelehrt.
00:30:06: Dann flichten müssen sie
00:30:08: mal an.
00:30:08: Janoschs Familie flied nach Mühlheim an der Ruhe.
00:30:10: Ob sich davor wirklich eine Nazis gerecht hat, lässt sich heute nicht mehr überprüfen.
00:30:33: Mit ihren gefälschten Papieren dürfen sie in den dreißiger Jahren weiterarbeiten.
00:30:38: Als
00:30:41: Artisten...
00:30:49: ...mit dem Zweiten Weltkrieg beginnt die systematische Vernichtung der Sinti und Roma.
00:30:55: Im ganzen Reich befragt sie der Arzt- und Rastenideologe Robert Ritter nach ihrer Abstammung.
00:31:13: Auch die Familie von Janosch wird damals von Robert Ritter befragt.
00:31:17: Als er sie nach ihrem Familiennamen fragt, flüstern sie sich etwas zu.
00:31:31: Sagt nichts.
00:31:33: Also notiert Robert Ritter in seinen Dokumenten den Familiennamen Aktsch.
00:31:36: Eigentlich heißt die Familie Tille.
00:31:39: Den Nachname Aktsche hat die Familie bis heute.
00:31:42: Auch diese Geschichte lässt sich heute nicht mehr überprüfen.
00:31:46: Die Familie kommt nicht in ein Arbeitslager Aber Sie wissen, dass das jederzeit passieren könnte.
00:31:51: also verstecken sie sich In den österreichischen Alpen.
00:31:54: An der österreichische Grenze haben sie doch damals in Kärnten versteckt In die Berge drin.
00:31:59: Die Mama hat sich die Haare blond geführt, das war ein Bildschön, die Frau Mama.
00:32:03: Janosch's Mutter färbt sich die haare blond um nicht aufzufallen.
00:32:08: Sie und ihr Mann überleben den Krieg Anders als geschätzte zweihunderttausend bis fünfhundert tausend Sinti und Roma, die von der Nazis ermordet wurden.
00:32:32: Janosh Aksch wird in Mönchen geboren in einer Wohnwagen-Siedlung in Giesing dem Viertel, in dem Steffen Marx sein Bier gebraut hat.
00:32:40: Ich bin der Kirsinger, ich bin der Echster-Kirsinger.
00:32:44: Ich bin im München geboren.
00:32:46: Wie soll ich sagen?
00:32:50: Als Baby wäre ich schon diskriminiert.
00:32:51: Die drin in meiner Geburtstagkunde, geborene im Wohnwagen.
00:32:55: Im Wohnwagen?
00:32:57: Ja ... Geburtstagkunde!
00:33:00: Schmackvoll,
00:33:01: gell?!
00:33:02: Sehr gesprachvoll.
00:33:04: Im Winter wohnt seine Familie im Münchnen Im Frühling, im Sommer und Herbst zieht sie in den Sechstgerjahren von Volksfest zu Volksfest.
00:33:11: Und der Höhepunkt des Jahres ist natürlich das Oktoberfest!
00:33:15: Das findet seit neunzehntneunvierzig wieder statt – ohne viele Sinti die im Krieg ermordet wurden oder alles verloren haben…und die dafür selten entschädigt werden.
00:33:25: In der Nachkriegszeit geht die Diskriminierung und Kriminalisierung der Sintin Roma nämlich weiter.
00:33:30: Einige Rassentheoretiker und NS-Polizisten bleiben im Amt Ab.
00:33:35: von der bayerischen Polizei gibt es für die Sinti und Roma sogar eine eigene Abteilung, die bayerische Landfahrerzentrale.
00:33:44: Die Familie Aktsch darf in den letzten Jahren wieder auf die Wiesen zurückkehren – mit einem Skistand und einem Kettenkarussell.
00:33:51: Janoscha ist schon als Kind jeden Tag auf der Wiese.
00:33:55: Wir müssen aufbauen, sauber machen.
00:33:57: Das sprägt das lieben Auftakt Oberwiesen.
00:34:03: Er hilft beim Aufbau und Abbau steht an der Kasse.
00:34:07: Und wenn Zeit bleibt, führt er auch ein paar Tricks vor.
00:34:10: Er boxt im Teufelsrad, schwingt mit dem Lasso, wirft Messer!
00:34:14: Denn in den Sechzigerjahren gibt es noch Artisten, Kleinwüchsige, Vasagerinnen und Feuerschlucker.
00:34:20: Und natürlich ein paar legendäre Geschichten.
00:34:28: Ein
00:34:29: Cousin von Janosch übernachtet im Wohnwagen einer Schlangentänzerin.
00:34:40: Und am nächsten Morgen sieht er eine Schlange im Bett.
00:34:48: Er springt aus dem Bett, stürzt aus dem Wohnwagen und rennt nackt über die Theresienwiese.
00:34:58: Sein Cousin ist jetzt auf dem ganzen Oktoberfest bekannt – als Flitzer von der Wiesen!
00:35:09: Aber das Oktoberfest verändert sich in den Sechzern und Süppzkern.
00:35:12: Große Fahrgeschäfte verdrängen die kleinen Buden.
00:35:16: Die meisten von ihnen gehören großen Schausteller-Familien Und die Familie Aksh ist eine davon Allerdings nur ein bestimmter Zweig der Familie.
00:35:24: Janosch gehört in den Sipskern nicht zu dem Großverdiener.
00:35:36: Für zweieinhalb Wochen ist die Wiesen für die Schaustelle eine Art Heimat.
00:35:48: Meine ganze Familie sind ja alle im Schaustellergewehrwien.
00:35:51: Heute noch, alle tätig und ohne uns Schauchteller geht auch manche Volksfäste gibt es auch keine.
00:35:57: Ich glaube das ist keine Volksfässe
00:35:58: mehr.".
00:35:59: Und trotzdem bekommen Janusz Akt schon andere, sind sie ständig den Hass der Bevölkerung zu spüren.
00:36:04: Die Volksfässer sind die Brutstätten davon.
00:36:08: Das sind diese Brut-Stätten.
00:36:09: Wenn Sie mal gehen sagen wir mal in einer größeren Volksfestzu, weil ich bin Rosenheim?
00:36:15: Ja!
00:36:21: Ganz schlimm ist dieser Rassismus auf den ländlichen Volksfesten, sagt Janosz Arks.
00:36:25: Dort werde man beschimpft und es kann vorkommen dass man als Sinn zu keinem Stellplatz bekommt.
00:36:30: Aber auch auf der Wiesen erlebt Janosch immer wieder rassistische Anfeindungen.
00:36:50: Dabei waren Janosch und seine Familie doch schon immer dort, auf dem Oktoberfest.
00:36:57: Er
00:37:12: spricht mehrere bayerische Dialekte Und sogar ein bayerisches Romanis, sagt er.
00:37:24: Für Janosch ist Rassismus auch heute Alltag.
00:37:27: Er lebt immer wieder Vorfälle.
00:37:36: Als Sintu hat Janoschs gelernt der Polizei zu misstrauen.
00:37:40: Anfang der Siebziger erfährt er, dass die bayerische Polizei Akten von ihm und seinen Familienmitgliedern erstellt hat.
00:37:45: Weil sie Sinti sind!
00:37:47: Die bayerischen Polizei hatte bis in die siebzigere Jahre Namen, Fingerabdrücke und persönliche Daten von Sintie & Roma in ganz Deutschland gesammelt – in sogenannten Landfahreakten.
00:37:59: Und damit ihre Grundrechte stark eingeschränkt.
00:38:02: Über sein Anwalt bekommt Janosch Einsicht in die Akten.
00:38:05: Ah, ist Landfahrer, also Aksch.
00:38:08: Ist Landfahrern und deshalb ohne festen Wohnsitz?
00:38:10: Nur weil ich schaue...
00:38:11: Janosch klagt vor Gericht gegen die Landfahrerkentrale ...und fordert die vollständige Herausgabe der Akten.
00:38:18: An dieser Stelle wird Janoschs Geschichte kompliziert.
00:38:21: Die Polizei sagt aus dass die Akten, die Janoscht dem Gericht vorlegt gefälscht seien Und das es keine Landfahrerakten gebe.
00:38:44: Das Gericht gibt der Polizei recht.
00:38:46: Janosch muss für drei Monate ins Gefängnis wegen Urkundenfälschung.
00:38:50: Wir haben versucht, Janoschs Geschichte zu verifizieren.
00:38:55: Leider ist uns das nicht gelungen.
00:38:57: Laut dem Amtsgericht München sind die Akten zu diesem Prozess mittlerweile vernichtet worden.
00:39:02: Janosch hat die Dokumente auch nicht mehr.
00:39:26: Am vierten April, dritten zwölf Sinti in einer Kirche an der KZ Gedenkstätte Dachau für acht Tage in den Hungerstreik.
00:39:34: Unter ihnen sind Überlebende des Völkermords.
00:39:37: Sie tragen ihre alte KZ Heftlingskleidung.
00:39:40: Hier singen sie für die Anwesenden Journalisten ein Protestlied.
00:39:44: Sie fordern die Anerkennung des NS-Völkermoards an den Sintis und Roma Und die Beendigung der polizeilichen Erfassung durch die Landverragten.
00:39:54: Sie erreichen ihr Ziel.
00:39:56: In den letzten Jahren erkennt der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt den Völkermord an.
00:40:01: Siebenunddreißig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und das Bayerische Innenministerium gibt zu, bis in die siebzigerjahre Akten von Sinti und Roma erstellt zu haben.
00:40:22: Nachdem Oktoberfest hat mich der Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes Deutscher Sinty und Roma angerufen und mich im Namen der Mehrheit der Sintifamilien auf der Wiesn gebeten nicht über das Thema zu berichten.
00:40:35: Viele Familien haben Angst, ihren Platz auf der Wiesen oder anderen Volksfesten zu verlieren.
00:40:40: Wenn bekannt wird... dass sie Sinti sind!
00:40:46: Janosch Akt schatz ich trotzdem entschieden mit mir zu reden.
00:40:49: Er findet es wichtig das die Leute erfahren wie viel Diskriminierung Sintis in Deutschland erleben müssen.
00:41:03: In der letzten Folge von Das Lederhosenkartell Guten Abend meine Damen und Herren Von München geht offenbar auf das Konto des Rechtsextremismus.
00:41:12: Ich
00:41:12: sage da nur ein Mann mit beiden Armen im Abfall.
00:41:14: einmal Und in dem
00:41:15: Moment, wo wir da hin
00:41:16: wollten, hat es einen Knall gegeben.
00:41:17: Das Stichflamm ist hochgeschossen und dann war alles
00:41:20: tot und still und schwachs.
00:41:30: Ich bin richtig halber!
00:41:31: Hab Ultraback zu sauchen, hab Ultrabuck zu fahren und ein Eis mit... Das Lederhosenkartel ist eine Studio-Boomensproduktion.
00:42:04: Outdoor & Host bin ich Alexander Gutzfeldt.
00:42:07: Mein Co-Autor ist Simon Garshammer.
00:42:10: Unser Executive Editor ist Tobias Bauckarge.
00:42:14: Fact-Checking – Leonhard Pleser.
00:42:17: Recherche – Sethein Bortosch und Leonhard Pläser.
00:42:22: Schnitt & Sounddesign – Chris Carles und Leon Watterkamp.
00:42:27: Original Musik – Hanske Gutzfeldt, Chris Carls und Leon Warterkamp.
00:42:33: Marketing – Hannah Marahil und Anja Kaueml.
00:42:38: Coverart – Matteo Siegolo.
00:42:41: Unsere Executive Producer sind Tobias Baukage und Jon Hanschen.
00:42:46: Ein besonderer Dank an Alexander Diebold, und an alle die für diesen Podcast mit uns gesprochen haben!
00:42:53: Wenn es euch gefallen hat freuen wir uns wenn ihr diesem Podcast abonniert und ihn weiter empfehlt.
00:42:58: Neue Episoden gibt's immer Sonntags.
00:43:01: Bis zum nächsten Mal.
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